Isnin, 31 Disember 2007

Abnehmen bei Adipositas : Hitliste der guten Vorsaetze für das neue Jahr

Abnehmen : Was motiviert SIE zur Gewichtsabnahme?


Nachdem ich in der NY Times Webseite gelesen habe, dass weightwatcher und Kellogs gegen Mitternacht große Werbeaktionen am Times Square in New York verantstalten, da es um die „Guten Vorsätze“ zur Gewichtsreduktion beim Gesundheitsproblem Nummer 1 der Amerikaner „Fettsucht“ geht, habe ich mich an eine kleine Umfrage unter Lesern von unserem Gesundheitsportal web4health.info erinnert. Es ging um Motivationsgründe, die ganz individuell zum Abnehmen bei Adipositas führen könnten.

Von den 448 abgegebenen Meinungen seit Januar 2007 bis zum 31.12.2007 ergibt sich folgende kleine nicht repräsentative Hitliste der Motivationen zum Abnehmen bei Übergewicht :

Top 1 : Ich möchte etwas für mich selber machen
304 Leserinnen gaben dies als Hauptbeweggrund zum Abnehmen bei Adipositas an.
Es geht also hauptsächlich um die Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen, was aber sehr eng mit dem Selbstwertgefühl verbunden ist. Sehr gut, wenn man nicht für ANDERE sonder für sich den Entschluss zu einem gesünderen Verhalten fasst.

Top 2 : Unzufriedenheit mit bestimmten Körperstellen
261 Stimmen klagen über die Fettpolster an der subjektiv falschen Stelle. Hier könnten übrigens besonders viele Männer sich getroffen fühlen, da der sog. „Adonis-Komplex“ sich besonders auf die Unzufriedenheit mit dem Aussehen bzw. einem „Zuwenig“ von Muskeln bzw. Waschbrettbauch und einem „Zuviel“ von Fettröllchen bezieht und zu einem wahren Boom von Fittness-Studio-Anmeldungen führte.

Top 3 : Ich möchte etwas für meine Gesundheit tun
223 Leser sehen besonders den Zusammenhang von Adipositas und Gesundheitsfolgen als relevant zum Abnehmen an. Ganz klar, die Folgeprobleme der Adipositas u.a. in Hinblick auf Diabetes, Bluthochdruck und damit dem Schlaganfallrisiko sind ebenso wichtig wie etwa Gelenkschädigungen oder Krebsrisiko. Und man fühlt sich etwas schlanker meist auch wohler

Top 4 : Ich denke, dass meine Stimmung dann besser wird
214 Votes. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Frage auf einem Psychologie-Portal gestellt wurde. Aber es stimmt schon, dass es Zusammenhänge zwischen Stimmung und Essverhalten bzw. auch von Depressionen und Adipositas in beiden Richtungen geben kann.

Top 5 (von 10) : Vergebliche Diätversuche allein zu Haus
Nichts kann so frustrierend sei, wie das ständige Diäten bzw. Hungern und dann der erneute Gewichtsanstieg (Jo-Jo-Effekt) in der Folge. Gesund Abnehmen bedeutet eben mehr als kurzfristig Wunderpillen oder Pulver einnehmen, sonder bezieht sich auf eine Verhaltensänderung in mehreren Bereichen wie Ernährungsumstellung, Steigerung der Bewegung, Verbesserung der Selbstkontrolle über medikamentöse und psychotherapeutische Maßnahmen, Selbsthilfe bzw. Treffs mit Gleichgesinnten (real oder auch in der Community einer virtuellen Computerwelt).


Insgesamt also genügend gute Gründe sich für das kommende Jahr erneut ein paar gesundheitsbezogene Vorsätze zu machen. Aber man sollte auch nicht verzweifeln, wenn man sie nicht durchhalten kann...

In diesem Sinne : Die besten Wünsche für ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2008 von web4health (Dr. Martin Winkler)

Ahad, 30 Disember 2007

Fettkiller - Tatort Essstörungen

Am Nachmittag erhielt ich während meines Bereitschaftsdienstes in einer Klinik für Essstörungen einen Anruf von einem Mitarbeiter der Bild-Zeitung, der mich zum Tatort "Fettkiller" am 30.12. befragte. Es ging ihm - übrigens selber Arzt - um einige Basisinformationen zum Thema Anorexie.

Nun ist das gestörte Essverhalten bzw. die "Magersucht" des Modells als Hauptdarstellerin ja schlon sehr klischeebeladen. Aber auch nicht so wirklichkeitsfern, wenn man die Meldungen über Todesfälle von Modells im Jahr 2007 anschaut.

Hauptthema ist aber ja die Fiktion eines nebenwirkungsfreien "Fettkillers", oder die "Rund-um-Sorglos-Schlankmach-Pille". Angedeutet wurde übrigens durchaus richtig, dass es Medikamente zum Abnehmen gibt, die z.B. auf Grundlage der auch zur Behandlung von Depressionen eingesetzten Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) funktionieren.

Wie mir eine Patientin heute berichtete, meist nur mit einem kurzzeitigen Effekt. Immerhin kann der "Jieper" nach kohlenhydratreicher Kost bzw. Süssigkeiten damit meist gedämpft werden, weil diese Substanzen eben auch SSRI als Botenstoff im Gehirn aktivieren.


Weit weniger empfehlenswert sind dagegen Schlankheitsversprecher, die denn Fettstoffwechsel beeinflussen und quasi eine künstliche Bauchspeicheldrüsenfehlfunktion erzeugen. Die Nebenwirkungen wie Blähungen, Durchfall etc. würde ich jedenfalls nicht in Kauf nehmen.

Ebensowenig wie einige auch im Internet frei verkäufliche Medikamente, die auf Basis von Psychostimulantien unkontrolliert auf dem Markt sind. Und da sind wir schon recht nah an der Fiktion des Tatort dran, da diese Medikamente tatsächlich bei der Überdosierung wahnhafte Störungen auslösen können.

Andererseits hatte ich aber - übrigens vor dem Anruf der Bildredaktion - ein Gespräch mit einer unserer Patientinnen, die aus ärztlicher Indikation eben gerade Psychostimulantien erhält. So wie in den USA das heute bei ADHS eingesetzte "Adderall" als Obitrol auf dem Markt war, kann bei einer bestimmten Gruppe von Patientinnen die Gabe dieser Medikamentengruppe durchaus sinnvoll sein. Aber eben gerade nicht als "Fettkiller" und auch nicht als Appetitzügler. Vielmehr lag bei dieser Patientin eine aus meiner Erfahrung durchaus häufiger Kombination einer Selbstregulationsstörung des Essverhaltens bzw. der Wahrnehmung von Hunger und Sättigung aufgrund eines bisher unbehandelten ADHS vor, der eine sog. Binge-eating-Störung aufrechterhält und zur Adipositas führte. Sie hatte unter der Medikation mit Psychostimulanzien eben gerade keine Appetitreduktion sondern eine bessere Wahrnehmung von Hunger und Sättigung verspürt und konnte sich z.B. bei Süssigkeiten und Chips jetzt deutlich besser "stoppen". Allerdings nur, wenn sie die in der Esspsychotherapie bzw. der Ernährungsberatung und Lehrküche erlernten Verhaltensänderungen auch anwendet und gleichzeitig ihr Bewegungsverhalten aktiver gestaltet.

Wenn man bedenkt, dass jetzt erneut diskutiert wird, ob man Stimulanzien als Diätmittel einsetzen sollte (was ich übrigens strikt ablehne), so greift der Tatort doch ein erstaunlich aktuelles Thema auf.

Fazit : Die Wunderpille zum Abnehmen ohne Reue gibt es nicht. Möglicherweise wären aber durchaus medikamentöse Behandlungsmaßnahmen als Ergänzung bei einer bestimmten Gruppe von Patientinnen (eben bei Vorliegen einer ADS/ADHS-Veranlagung bzw. neurobiologisch bedingten Regulationsstörungen) sehr hilfreich....


Selasa, 25 Disember 2007

Gesundheitsportal web4health mit Besucherrekord

Web4health Gesundheitsportal mit 690000 Besuchern im Monat



Fast 700000 individuelle Besucher konnte unser Gesundheits- und Psychologieportal web4health.info im November 2007 begrüssen. Das mehrsprachige Frage-Antworten-Portal mit den Schwerpunkten Psychologie und Psychotherapie bzw. psychischer Gesundheit wurde 2002 im Rahmen eines Internetprogramms der Europäischen Gemeinschaft gegründet. Auch wenn die finanzielle Förderung 2004 auslief, ist doch ein kontinuierlicher Besucheranstieg zu verzeichnen. Das Projekt wird jetzt von der Universität Stockholm bzw. in ehrenamtlichem Engagement von Psychotherapeuten in Schweden, Deutschland, Polen und Finnland fortgeführt. Insgesamt kann man zu weit über 1000 Fragen zu Themen wie Sucht, Essstörungen, Depressionen oder Angst, ADHS oder Partnerschaft Antworten und weiterführende Informationen erhalten.



Etwa 5000 Besucher täglich kommen aus dem deutschsprachigen Bereich. Tendenz ständig steigend. Mehr zu der Webseite und den Möglichkeiten der Informationssuche auf dem Portal in der kurzen Präsentation / Webcast zum Gesundheitportal web4health



Der gemeine Husten - Onlinemedizin der Zukunft?

Eine nette (englischsprachige) Spielerei zum Thema Husten / Schnupfen / Heiserkeit findet man im Sneezeaid.
Angeleitet durch ein Online-Avatar bzw. dem Menü kann man erfahren, ob ein Kind bis zum 12. Lebensjahr an einem einfachen Schnupfen bzw. Infekt der oberen Atemwege erkrankt ist, oder aber eine ernstere Diagnose eine ärztliche Diagnostik und Behandlung erforderlich macht. Sollte die Diagnose eher in Richtung "gemeiner Schnupfen" gehen, werden einige Gesundheitstips gleich mitgeliefert.

Futuristisch / spielerische Art der Patienteninformation, die man mal ausprobieren kann....

Isnin, 24 Disember 2007

Asthmaeinstellung : 5 Fragen geben Auskunft über Asthmabehandlung

Mit 5 einfachen Fragen eines von einer Pharmafirma ins Netz gestellten Onlinetests können Patienten oder auch Hausärzte ermitteln, wie gut ein Asthma derzeit behandelt ist. Der Asthmatest fuer Erwachsene � Luft zum Leben stellt Fragen zur Belastbarkeit im Alltag (bei der Arbeit, Schule oder Studium oder zu Haus), Kurzatmigkeit , Husten bzw. pfeiffende Atemgeräusche oder Engegefühl und andere typische Asthmabeschwerden und gibt daraus einen Summenscore von maximal 25 Punkten aus.

Daneben finden sich auf der Webseite u.a. Tips zum richtigen Gebrauch von Dosieraerosolen beim Inhalieren, Feinstaubwarnungen und eine Asthmacommunity.

Schuppenflechte und Begleitstörungen

Eine Schuppenflechte = Psoriasis vulgaris kann mit einer verkürzten Lebenserwartung einhergehen. Zu dieem Ergebnis kamen Ärzte, die die Mortalität bzw. weitere Erkrankungen von Patienten verfolgten, bei denen 2002 die Diagnose Psoriasis gestellt wurde. Deutsches Psoriasis erhoeht Sterberisiko".

Dabei wurden Patienten mit dieser häufigen Hauterkrankung dann als schwer betroffen eingestuft, wenn eine Therapie mit Methotrexat oder Retinoide bzw. eine systemische Phototherapie erforderlich war. Diese Patienten wurden mit 5 Kontrollgruppen verglichen.

Patienten mit einer schweren Psoriasis hatten eine 50 Prozent höhere Mortalität, bzw. starben im Schnitt 3,5 (Männer) bzw. 4,4 Jahre (Frauen) eher als andere Menschen.

Die Forscher vermuten, dass dies an Begleiterkrankungen, die auf einen ungesünderen Lebensstil zurückgeführt werden, liegen könnte. So ist bekannt, dass Psoriatiker häufiger Rauchen, mehr Diabetesfälle aufweisen, eine stärkere Belastung für Bluthochdruck (Hypertonie) haben und insgesamt stärkere psychische Belastungen aufweisen. Auch bestimmte Krebsarten treten vermehrt auf.

Rabu, 28 November 2007

Hilfe für trauernde Eltern

Eine sehr interessante Online-Hilfe bieten Mitarbeiter der Universität Münster Müttern und Vätern, die in der Schwangerschaft ihr Kind verloren haben.
Häufig fällt es sehr schwer, über dieses belastende und nicht selten stark traumatisierendes Erlebnis zu sprechen. Mit Hilfe eines computergestützen Hilfsangebotes wird versucht, über den Verlust hinweg zu kommen.

Mehr unter Internetberatung für trauernde Eltern

Sabtu, 8 September 2007

Essstörungen und Schwangerschaft

Die Schwangerschaft kann eine Risikozeit für die spätere Entwicklung bzw Aufrechterhaltung von Essstörungen wie die Binge Eating Störung sein. Heisshungerattacken ohne anschliessendes Erbrechen (wie bei einer Bulimie) fanden sich überdurchschnittlich häufig bei einer norwegischen Untersuchung an über 100000 Klientinnen.

Es kann eine ganze Reihe möglicherer Erklärungen für diesen interessanten Zusammenhang geben. Neben den hormonellen Veränderungen in der Schwangerschaft ist es halt auch gesellschaftlich akzeptiert, Essanfälle in der Schwangerschaft zu haben. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass eine Ernährungsberatung in der Schwangerschaft für die Betroffenen wichtig wäre.


ScienceDaily: Schwangeschaft und Binge Eating Störung

Sabtu, 1 September 2007

Neuer Therapieansatz bei Migräne?

Wenn sich bewahrheitet, was eine neue Studie zur Migräne herausgefunden hat, könnte sich das bisher bei der Alzheimer-Erkrankung eingesetzte Medikament mit dem Wirkstoff Memantine als hilfreich bei der Migräne erweisen.

Schon länger ist bekannt, dass Frauen häufiger Kopfschmerz vom Migräne-Typus mit Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Erbrechen aufweisen. Dabei sind etwa dreimal mehr Frauen als Männer von diesem Kopfschmerztyp betroffen. In einer Untersuchung wurden jetzt mögliche Auslöser (Trigger) identifiziert, die daran beteiligt sind. Forscher haben nun im Tiermodell eine Phänomen beschrieben, das sie CSD = Cortical spreading depression benennen. Damit sind letztlich sich ausbreitende Hirnerregungen in den neuronalen Netzwerken gemeint, die auf die Erregbarkeit des Gehirn s einen Einlfuss haben. Dabei zeigte sich, dass Memantine diese Erregungswellen eindämmen konnte.

Dies ist durchaus interessant, da auch Patienten mit einer ADHS-Symptomatik ähnliche Berichte unter Memantine gemacht haben und schildern, dass ihre Instabilität im Wahrnehmungs- und Erregungssystem besser werden. Leider ist das Medikament (bei uns als Axura oder Ebixa) eben für diese Indikationen nicht zugelassen und recht teuer.

Neuer Therapieansatz bei der Migräne?

Khamis, 23 Ogos 2007

2007 Darwin Award: Coitus Interruptus

Es gibt bestimmte Dinge, die auch oder gerade für Mediziner zum "Kult" werden, auch wenn sie es natürlich nie sein dürften. Das Buch House of God gehört dazu und beschreibt mit schwarzem Humor und sehr nah an einer Realität die Leidensgeschichte eines angehenden Arztes in einem amerikanischen Krankenhaus. Für Psychiater gibt es dann als "Fortsetzung" Mount Missery quasi zur Weiterbildung zum Psychiater.

In dieser Reihe ist letztlich eine Webseite mit den Darwid Awards zu sehen. Letztlich geht es um skurile Fälle von selbstverschuldetem Tod durch mehr oder weniger unglückliche oder schlicht dämliche Umstände. Sehr zu empfehlen : Ein Paar, dass beim Sex auf einem Dach offenbar vom Dach gefallen ist... Läuft auch unter "Not-so-safe Sex" oder eben Coitus interruptus.


2007 Darwin Award: Coitus Interruptus

Selasa, 21 Ogos 2007

Mädchen mit ADHS haben erhöhtes Risiko für Essstörungen

Eine neue Studie kommt in einer prospektiven Studie zu dem Ergebnis, dass Mädchen mit einer Einfachen Aufmerksamkeitsstörung (ADHS) ein 3,6 fach erhöhtes Risiko haben, im Verlauf zusätzlich eine Anorexie oder Bulimie zu entwickeln. Zusätzlich treten bei diesen Patientinnen weitere komorbide Probleme wie Depressionen, Angststörungen und expansive Verhaltensstörungen bzw. Trotzverhalten auf. Auffällig war dabei, dass diese Mädchen früher in die Menarche als ADHS-Mädchen ohne Essstörungen kamen.


Are Girls with ADHD at Risk for Eating Disorders? ...[J Dev Behav Pediatr. 2007] - PubMed Result

Mehr zum Thema ADHS und Essstörungen

Dr Google : Google Health verändert das Gesundheitssystem

Vor einigen Monaten wurde im Internet regelrecht gefordert, dass Google ein "Google Health" anbieten sollte. Unter dem Codenamen Weaver werden jetzt Screenshots einer Art elektronischer Patientenakte bekannt, die man auf freiwilliger Grundlage Ärzte bzw. Therapeuten zur Verfügung stellen könnte. Gleichzeitig gibt es einen Mehrwert in Form von gesundheitsbezogenen Infos u.a. zu Laborwerten etc.

Einerseits bin ich sehr skeptisch was den Datenschutz bzw. die Verwendung für anwenderbezogene Werbung angeht. Andererseits - und das mag paradox erscheinen - traue ich Google derzeit eher als der Entwicklung der elektronischen Gesundheitskarte in Deutschland.

Wie dem auch sei, es ist sinnvoll Gesundheitsdaten mit den Medien der modernen Informationstechnologie aufzuarbeiten. Allerdings gab es bisher wenig sinnvolle und anwendbare Lösungen.

Im Gegenteil. Unsere Computersoftware (von LMZ) in der Klinik ist sowas von bedienungsunfreundlich, dass man nur froh sein kann, dass wir Ärzte es nicht wirklich in den Patientenalltag einbeziehen. Wenn ich da etwas von Google nutzen könnte, gerne....



First Google Health Screenshots

Internetsucht bei Mama, wenn Junior aus dem Nest ist

Als "empty nest" wird in der Onlineausgabe der Medical Tribune das Phänomen beschrieben, dass neben Jugendlichen offenbar ihre Eltern um die 50 besonders anfällig für Chat- bzw. Internetsucht sind. Der Wechsel der Aufgaben und damit ein Loch in der eigenen Tagesstruktur sowie das Kommunikationsbedürfnis macht offenbar Mütter (und warum nicht auch Väter) besonders anfällig für Chaträume, Foren oder andere Angebote des Internets. Entsprechend viele Communities haben sich um diese Zielgruppe herum gebildet.

In einem Vortrag der Amerikanerin Kathleen Nadeau vor einigen Monaten hat sie sich speziell dazu auch mit dem Thema ADHS bei "älteren" Menschen beschäftigt und darauf hingewiesen, dass der Verlust von Tagesroutinen und Aufgaben gerade für Menschen mit Selbstregulationsstörungen zu einem grossen Problem werden kann. So wie man die eigenen Kinder auf die Selbstständigkeit frühzeitig vorbereiten muss, sollte man auch als Eltern Vorsorge für die Zeit des Flüggewerdens seiner Kinder schaffen und sich dabei mehr als nur vor den Computer im leeren Kinderzimmer setzen können...

Hier der Artikel Internetsucht bei Mama

Ahad, 19 Ogos 2007

Brustkrebs-Früherkennung / Mammographie

Das richtige Vorgehen zur Brustkrebs-Früherkennung mit oder ohne Mammographie (Röntgen der Brust) ist umstritten, was leider zur Verunsicherung der Patientinnen und damit auch zum zögerlichen Nutzen der Vorsorgeuntersuchung beiträgt. Die Hamburger Uni hat eine Patienteninformation zu diesem Thema produziert.

Auswahl

Patienteninformationen vor chirurgischen Eingriffen

Niemand wünscht sich, dass eine Operation erforderlich wird. Wenn dies aber geplant erforderlich wird, wie z.B. bei einem Hodenhochstand bei einem Kleinkind, so sind verständliche Patienteninformationen ganz wichtig. Neben der individuellen ärztlichen Aufklärung durch den Chirurgen und den Narkosearzt kann man zunehmend auch das Internet für verständliche Patientenaufklärung nutzen. Auf den Webseiten des Chirurgie-Portals findet man eine Fülle von Informationsblättern bzw. -Seiten u.a. zu Allgemeinchirurgie, Hand- und Herzchirurgie, Intensivmedizin, Neurochirurgie und den benachbarten Fachgebieten wie HNO, Augenheilkunde, Frauenheilkunde etc.

Auf jeden Fall einen Klick bzw. Bookmark wert, wenn man sich zu diesem Thema informieren will und auch für die Ärzte eine gute Empfehlung, um die Patientenaufklärung fundiert und mit Unterstützung von Grafiken durchzuführen.

Hodenhochstand - Operation bei Lageanomalien des Hoden

New York City Gesundheitstips

Interessant, was man so aus New Your City zum Thema Gesundheitsprävention zu lesen bekommt. Für die Bürger dieser Stadt werden 10 Kernthemen zur Gesundheit auf einer Webseite gesammt, die sicher ein wenig spezifisch für die USA sind. Aber immerhin bedenkenswert :
1. Suchen Sie sich einen Hausarzt / Allgemeinmediziner
2. Leben Sie nikotinfrei
3. Vermindern sie Risikofaktoren für Herzerkrankungen
4. Sie sollten ihren HIV-Status kennen
5. Suchen Sie Hilfe bei Depressionen
6. Leben Sie frei von Drogen und Alkohol
7. Nutzen Sie Vorsorgeuntersuchungen für Krebs
8. Lassen Sie sich ausreichend Impfen
9. Sorgen Sie für Sicherheit im Haus
10. Ein gesundes Baby bekommen

Mehr dazu :

Take Care New York : NYC DOHMH

Explosion / Knall im Kopf

Beim Surfen bin ich auf das "exploding head syndrome" gestossen. Nie gehört bisher. Damit ist die subjektive Wahrnehmung eines lauten Knalls bzw. eines Explosionsgefühl im Kopf bzw. Hörsystems gemeint. Die Betroffenen wachen dabei aufgrund eines lauten Geräusches auf und sind - verständlicherweise - stark verunsichert.

Dabei ist die Symptomatik selber harmlos und tritt besonders beim Übergang zwischen Wach- und Schlafphase auf. Ähnlich wie bei chronischen Ohrgeräuschen ist es eine Fehlwahrnehmung, die keine organische Grundlage hat. Nach den Informationen soll das "Explosionssyndrom" besonders bei Erwachsenen über 50 Jahren auftreten.

Exploding head syndrome - MayoClinic.com

Sabtu, 18 Ogos 2007

Chronische Rückschmerzen

Auf den Webseiten von Neuro24.de des Facharztes Karl C. Mayer findet man eine Fülle von interessanten Informationen zu Neurologie und Psychiatrie. Aktuell bin ich auf eine Zusammenstellung zum Thema chronische Rückenschmerzen gestossen, die ich zum Lesen empfehlen möchte.

Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen, die zu einer vorzeitigen Erwerbsunfähigkeit bei Beschäftigten führen. Dabei werden aber leider immer noch die psychologischen Anteile dieser Problematik nicht ausreichend berücksichtigt bzw. allein somato-medizinische Behandlungsvorstellungen ohne wirkliche Aussicht auf nachhaltige Verbesserung angeboten. Sicherlich gibt es häufig eine organische Komponente oder einen Auslöser. Typisch ist es jedoch, dass der objektivierbare körperliche Untersuchungsbefund bzw. wiederholte Diagnostik mit Röntgen oder anderen Untersuchungsverfahren in keinem Verhältnis zur subjektiven und langfristigen Beeinträchtigung durch die Rückenschmerzen stehen.

Wie bei allen Schmerzstörungen ist die Unterscheidung von akuten und chronischen Rückenschmerzen wichtigt. Auf den Seiten findet sich ein Selbsttest zum Thema Schmerzen, der Risikofaktoren für eine Chronifizierung ermitteln bzw. falsches Schonverhalten und Vermeidungsverhalten bei Schmerzen anspricht.

Für die Therapie wäre es wichtig, AKTIVE Bewältigungsstrategien im Umgang mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen zu entwicklen.


Wann droht ein akuter unkomplizierter R�ckenschmerz zu chronifizieren Es gibt in Untersuchungen eine gro�e �bereinstimmungm da

Jumaat, 17 Ogos 2007

ADHS bei Erwachsenen

Bei der Diagnostik und Behandlung der sogenannten Einfachen Aufmerksamkeitsstörung (= ADHS / ADS) stehen Ärzte und Patienten bei Jugendlichen und Erwachsenen vor einem Dilemma. Sagen doch die derzeitigen Diagnosekriterien, dass die Symptomatik vor dem 7. Lebensjahr nachweisbar sein müsste. Nun können sich (krankheitsbedingt?) viele potentielle ADHSler gerade nicht an ihre Kindheit erinnern oder es fehlen gerade bei Mädchen mit dem unaufmerksamen Subtyp von ADHS entsprechende "harte" Auffälligkeiten. Je sozial besser integriert ein Klient ist, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass es Berichte aus der Kindheit gibt.

Nun gibt es aber durchaus recht viele Betroffene, die dann als Jugendliche bzw. Erwachsene auf das Thema aufmerksam werden und nur aus rein formalen Gründen keine medikamentöse Behandlung erhalten (dürfen). Wohl zu Unrecht. Immer mehr Studien kommen zu dem Ergebnis, dass auch Erwachsene mit einem sog. "late-onset", d.h. späten "Erkrankungsbeginn" von einer Behandlung profitieren. So unterschied sich die Wirksamkeit einer Methylphenidatbehandlung bei einer Gruppe mit früher Diagnosestellung gegenüber "älteren" nicht. Die Klienten mit einem "late-onset" ADHD hatten sogar eine etwas bessere Wirkung bei Gabe von Metyhlphenidat (Minimumdosis 0.3 mg/ kg KG, durchschnittliche Gabe 0.5 mg Kilogramm Körpergewicht).

Sicher muss man vorsichtig sein, die Diagnosekriterien nicht leichtfertig zu verwässern. Dennoch belegen eben diese Untersuchungen, dass die Psychostimulantientherapie eben auch dieser Patientengruppe sehr helfen kann.


Is age-at-onset criterion relevant for the respons...[J Clin Psychiatry. 2007] - PubMed Result

Khamis, 16 Ogos 2007

Modafinil bei der Bipolaren Störung

Die sog. manisch-depresive Form der Depressionen ist durch einen häufig chronischen Verlauf mit einem Wechsel zwischen schweren depressiven und sog. manischen Phasen gekennzeichnet. In einer neuen Studie wurde jetzt ein gänzlich neuer Therapieansatz für die Behandlung ausprobiert. Dabei gaben die Ärzte 100-200 mg Modafinil. Dieses Medikament wird üblicherweise bei der Narkolepsie, aber probatorisch auch bei ADHS im Erwachsenenalter eingesetzt. Gerade vor dem Hintergrund neuerer neurobiologische Erkenntnisse zu einer Dysfunktion im präfrontalen Cortex (ähnlich wie bei ADHS) erscheint ein Einsatz durchaus erfolgversprechend. Die Studie, an der auch die Unis in Freiburg und München beteiligt waren, ergab entsprechend positive Ergebnisse.

44 Prozent der Probanden erzielten ein besseres positives Ansprechen als die Placebo-Kontrollgruppe. 54 Prozent fühlten sich besser und 39 Prozent gaben an, dass ihre Symptome sich vollständig zurückgebildet hätten.

Nun ist die Bipolare Störung eine chronisch wiederkehrende Problematik. Dennoch ist es ein sehr interessantes Ergebnis.

Aus sehr persönlicher subjektiver Einschätzung würde ich allerdings hinterfragen, ob tatsächlich immer sauber eine manisch-depressive Störung vorlag bzw. von ADHS abgegrenzt werden konnte.



ScienceDaily: 'Wake-Up Pill' Under Study To Treat Patients With Bipolar Disorder

Depressionen : negative Gefühle werden nicht unterdrückt

Eine aktuelle neurobiologische Untersuchung mit den Methoden der funktionellen Bildgebung untersucht am lebenden Objekt die Rolle von Gefühlen bei der Depression.

Jeder Mensch erlebt in seinem Leben mehrfach traurige Ereignisse bzw. ist belastenden Ereignissen ausgesetzt. Hierfür hat das Gehirn Verarbeitungsmechanismen, die über neuronale Netze unter Beteiligung des sog. limbischen Systems (Mandelkern und Hippokampus) bzw. den Bereichen des bewussten Urteilens und Planens im sog. präfrontalen Cortex lokalisiert werden.

In einer Studie wurden nun 21 Erwachsene mit einer sog. Major Depression untersucht. Die Probanden sollten eine Reihe von Bildern anschauen, die positive oder negative Emotionen auslösen können. Dabei wurden sie in einer sogenannten funktionellen Kernspintomographie untersucht.

Die Daten der Untersuchung zeigen, dass bestimmte Bereiche im prefrontalen Cortex (ventromedialer prefrontaler Cortex und recht prefrontalen Cortex), die normaler Weise gefühlsassoziierte Informationen an den Mandelkern liefern eine Abweichende Aktivität aufwiesen.




Society for Neuroscience | News Releases

Selasa, 7 Ogos 2007

Test für Nikotinabhängigkeit

Nun, mit der Einführung von Rauchverboten in öffentlichen Gebäuden und Kneipen benötigen Sie vermutlich diesen Online-Test schon nicht mehr. Aber ein Risiko-Score für Nikotinabhängigkeit ist schon ganz interessant...


Fagerstroem-Test des DDFI

Isnin, 30 Julai 2007

Appetit-Stopp-System

In der Welt lass ich einen interessanten Beitrag über ein Appetit-Stopp-System mit den Botenstoffen Ghrelin, GLP-! und PYY sowie Leptin. Hinter dieses mehr oder weniger kryptischen Namen verstecken sich Substanzen, die dem Gehirn vermitteln, wann der Mensch satt oder hungrig ist.

So haben italienische Forscher offenbar bei Anorexie-Patientinnen extrem hohe Ghrelinspiegel im Blut gefunden (dies ist allerdings keinesfalls ein Routinebluttest). Dieser Botenstoff signalisiert normal einen Mangelzustand bzw. Hunger, die betroffenen Patientinnen mit Magersucht ignorieren aber dieses Signal.

Bei vollem Magen wird ein Stopp-System aktiviert, das man als Bremsen des Appetits ansehen kkönnte. Durch HOrmone (GLP-! und PYY) werden die Magen-Darm-Aktivitäten verlangsamt und damit der Appetit reduziert, weil wir nichts mehr an Essen runter bekommen.

Man kann nun die Hypothese aufstellen, dass bestimmte Formen von Essstörungen damit mehr oder weniger direkt zusammenhängen. Ob nun die Signalgebung oder die Wahrnehmung und das Befolgen dieser Körpersignale das Problem ist, wird sich vielleicht noch zeigen.
WELT ONLINE - Die masslose Gier nach Essen - Nachrichten Wissenschaft

Ahad, 29 Julai 2007

Rauchen führt zu Erektiler Dysfunktion

Eigentlich ist es eine bereits bekannte Tatsache, dass
Rauchen und Erektile Dysfunktion zusammenhängen. Eine neue Studie aus China konnte den statistischen Nachweis bringen, dass sexuelle Probleme des Mannes ganz klar mit der Anzahl der gerauchten Zigaretten zusammenängen. Etwa 22.7 Prozent der Fälle mit der sog. Erektilen Dysfunktion in China waren durch Raucher (jedoch noch ohne kardio-vaskuläre Begleitfolgen) zu erklären. Bei Vorliegen einer Zuckerkrankheit war das Risiko noch grösser.

Adipositas ist sozial ansteckend

Die sogenannte Framingham-Studie ist eine Verlaufsuntersuchung in den USA, die über jetzt 32 Jahre Gesundheitsinformationen zu Krankheiten und Risikofaktoren der Kleinstadtbewohner in den USA liefert. Eine neue Untersuchung daraus, ist besonders interessant. Demnach zeigte sich, dass Übergewicht / Adipositas "sozial" ansteckend ist. Wenn Freunde oder gute Bekannte übergewichtig sind, spielt dies sogar eine höhere Rolle als der genetische (vererbbare) Einfluss von Adipositas bei Eltern oder Geschwistern. Soziale Netzwerke von Menschen mit Übergewicht spielen also eine überraschend wichtige Rolle. So liess sich das Risiko für Adipositas z.B. auch mindern, wenn die Betroffenen sich einen neuen Bekanntenkreis mit normalgewichtigen oder schlanken Menschen suchten.

In Zahlen ausgedrückt erhöht das Übergewicht eines engen Freundes das eigene Adipositasrisiko um 57 Prozent. Wenn der Freund vom gleichen Geschlecht ist, steigt das Adipositas-Risiko um 71 Prozent. Wurde die Freundschaft gegenseitig bekundet, wenn also beide den jeweils anderen als engen Kontakt angegeben hatten, stieg das relative Risiko sogar um 171 Prozent.

Geschwister wirken weniger ansteckend auf das Körpergewicht. Übergewichtige Geschwister erhöhen das Risiko nur um 40 Prozent, der Ehepartner übrigens nur um 37 Prozent.

Das bedeutet also, dass gerade soziale Beziehungen zu Freunden und Arbeitskollegen den Lebensstil und das Verhalten noch stärker als die Familie prägen.


Mehr zum Thema :
Deutsches Aerzteblatt: Nachrichten "Hohes soziales „Ansteckungsrisiko“ der Adipositas"

Khamis, 26 Julai 2007

Antidepressiva verringern Selbstmordrisiko

In den vergangenen Jahren gab es eine Menge Auseinandersetzungen über das Für und Wider von Antidepressiva bei depressiven Erkrankungen. So wurde behauptet, dass bestimmte Medikamente (besonders) SSRI sogar eine erhöhte Gefahr für die Patienten bedeuten und das Selbstmordrisiko erhöhen könnten.
Schön länger gibt es Experten, die eine Wirksamkeit von Antidepressiva in der Behandlung von Depressionen kritisch hinterfragen und nur geringe - wenn überhaupt vorhandene - Vorteile gegenüber einer Nichtbehandlung postulieren. Eine mehr als fragwürdige Informationspolitik der Pharmafirmen mit zurückgehaltenen Studienergebnissen hat die Verunsicherung der Patienten und der behandelnden Ärzte sicher noch weiter verstärkt.

Umso wichtiger ist es jetzt, dass man zurück zu mehr Wissenschaftlichkeit bei dieser Thematik kommt. Schon die klinische Erfahrung zeigt, dass die Behandlung mit Antidepressiva gerade bei mittelschweren und schweren Verlaufsformen sehr wirksam sein kann. Ich wurde so ausgebildet, dass man dies aber nach Möglichkeit unter stationären Bedingungen machen sollte und gerade in der Anfangsphase der Behandlung darauf achten muss, dass nicht der Antrieb der Patienten wieder zurückkommt, die negativen Emotionen und Denkverzerrungen noch bestehen. Daher gibt man in einer psychiatrischen Klinik gerade zu Beginn der Behandlung häufig ein angstlösendes Medikament (z.B. Lorazempam) zusätzlich zu einem Antidepressivum.

Eine neue Studie untersuchte nun die Auswirkungen der Behandlung auf Selbstmordgedanken und Selbstmordversuche. Hierzu wurden mehr als 70000 Patienten, die von ihrem Hausarzt Antidepressiva verschrieben bekamen, mehr als 7000 Patienten, die bei einem Psychiater eine entsprechende Medikation erhielten und 54000 Psychotherapiepatienten untersucht.

Letztlich zeigte sich, dass sich die Patientengruppen hinsichtlich der Selbstmordversuche nicht unterschieden. Bei allen Patienten ergaben sich die meisten Selbstmrdversuche in den Monaten vor Beginn der Behandlung, dann im ersten Monat zu Beginn der Therapie und nahm dann deutlich ab. Auch bei einer Kombination aus Psychotherapie und Medikation verhielt sich dies nicht anders.

Besonders Jugendliche und jungen Erwachsene haben dabei ein besonders hohes Risiko. Eine Tatsache, die auch schon lange bekannt ist.

Die Patienten, die vom Psychiater behandelt wurden, hatten ein etwas erhöhtes Suizidrisiko (1124 Selbstmordversuche per 100000 Patienten), gegenüber 301 von 100000 beim Allgemeinarzt. Dies kann aber auch mit der Schwere der Symptomatik zu Beginn der Behandlung erklärt werden, da vermutlich gerade schwer depressiv erkrankte Patienten eher von einem Facharzt für Psychiatrie behandelt wurden.

Insgesamt kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass eine Behandlung mit Medikation und Psychotherapie bei Depressionen das Selbstmordrisiko verringert. Es ist immer noch besser eine Hilfe anzubieten, als eben im Nichtstun zu verharren. Wenn es ein Risiko der Medikation gäbe, so würde der Nutzen deutlich überwiegen. Keine Behandlung ist also die schlechteste Option.

Quelle : Greg Simon, M.D., psychiatrist, Group Health, Seattle; J. John Mann, M.D., chief, department of neuroscience, New York Psychiatric Institute; July 2007, American Journal of Psychiatry

Isnin, 23 Julai 2007

Symptome einer Depression

Im Weblog Psychomuell habe ich einen interessanten Beitrag in Tabellenform gefunden, der sich mit der Frage beschäftigt Psychomuell � Wie auessert sich die Depression?. Typische Denkmuster, Emotionen ("Fühlen", Verhalten (Antrieb) und körperliche Reaktionen werden zusammengefasst.

Typisch für einige Patienten mit depressiven Symptomen ist, dass man selber lange überhaupt nicht an das Vorliegen einer klinischen Depression denkt, sondern sich eher selber die Schuld gibt, wenn mal wieder "alles schief geht". Symptome einer Depression werden also lange entweder als persönliches Versagen oder aber allein auf eine Stressüberlastung oder gar körperliche Erkrang zurückgeführt. Es sind also nicht allein die Veränderung der Stimmung, sondern gerade auch die Denkverzerrungen und mehr oder weniger abrupte Verhaltensänderungen mit Verringerung des Antriebs und Interesses, die an eine depressive Störung denken lassen.

Ahad, 22 Julai 2007

Pillen zum Abnehmen schlecht bei Depressionen

Im Deutschen Ärzteblatt wird auf mögliche Gefahren der "Abnehmpille" Acomplia hingewiesen. Bei Patienten mit zusätzlichen psychischen Problemen, insbesondere einer Depression kann es zu ganz erheblichen Problemen mit einer Selbstmordgefahr kommen. Deutsches �rzteblatt: Nachrichten "Abmagerungsmittel: Kontraindikationen, aber kein Verbot von Acomplia�"

Nun ja, die scheinbar so einfache Lösung mit einer Pille zum Abnehmen ist vermutlich für die wenigsten Menschen eine gute Wahl. Wenn es nicht gelingt, über Änderung der Lebensgewohnheiten und der Ernährung eine kontinuierliche Gewichtskontrolle und langfristige Abnahme zu erzielen, spricht eine Menge für das Vorliegen einer psychogenen Essstörung, z.B. einer sog. Binge-Eating-Störung. Erfahrungsgemäss sind diese Patienten dann eben sehr häufig auch depressiv bzw. weisen Stimmungsschwankungen auf. Nicht selten finden sich eben leider auch begleitende Persönlichkeitsstörungen. Nicht jede Patientin oder jeder Patient mit Adipositas wird diese Risikofaktoren aufweisen. Aber ohne eine ärztliche Begleitung und kontinuierliche Überwachung der Psyche wird es kaum gelingen. Damit wäre Acomplia sicher die schwierigere Wahl und alles andere als eine einfache Lösung zum schnellen Abnehmen.

Sabtu, 21 Julai 2007

Penisvergrösserung : Pillen helfen nicht

Kaum ein Thema wird so im Internet mit Werbeversprechungen und angeblichen Wunderhilfen dargestellt, wie die angeblich so wichtige Grösse oder Länge des Penis. "Sex sells" könnte man sagen. Dabei stellt sich in der Praxis heraus, dass natürlich nicht die Länge oder Dicke des männlichen Glieds entscheidend für das Sexualleben von Mann oder Frau ist.

Nun ja. Auf jeden Fall gibt es offenbar einen Markt für alle möglichen und unmöglichen Hilfen. Tabletten zur Penisvergrösserung oder alle möglichen und umöglichen "Alternativmittelchen" scheinen beliebt zu sein, offenbar aber wirkungslos. Mehr dazu Pillen zur Penisvergrösserung

Jumaat, 20 Julai 2007

Depressions-Selbstest - sueddeutsche.de

Bin ich depressiv ?

Einen Selbsttest zum Erkennen einer Depressionen
wird auf den Internetseiten der Süddeutschen Zeitung vom Kompetenznetz Depressionen angeboten. Der Depressions-Selbstest bietet zumindest einen ersten Anhaltspunkt für die Erkennung einer depressiven Störung, die dann eine weiterführende Diagnostik und Behandlung einleiten kann.

Sabtu, 30 Jun 2007

Welchen Kopfschmerz haben Sie

Unter dem Motto Was sind das für Kopfschmerzen? kann man einen einfachen online-Test machen. Gerade bei wiederkehrenden Kopfschmerzen ist es wichtig, nicht einfach zur Tablette zu greifen. Vielmehr ist die Unterscheidung der verschiedenen Kopfschmerztypen wichtig. Sicher kann man mit diesen Fragen des Tests noch nicht eine Diagnose stellen, aber doch schon erste Aussagen über die Art des Kopfschmerzproblems finden. Zudem findet man auf den Seiten zusätzlichen Ursachen über chronische Schmerzen und deren Behandlung.

Ein guter Arzt ist so gut wie seine Praxis-Mitarbeiter

In einigen Regionen finden sich kaum noch Ärzte, die als Hausarzt niedergelassen sind und Patienten aufnehmen. Insofern ist die folgende Checkliste für Patienten, die eine gute Arzt-Praxis suchen, vielleicht nicht überall anzuwenden. Für die Vorbereitung eines Arztbesuches sind aber die folgenden Selbstverständlichkeiten eines guten Arzt-Patienten-Kontaktes schon sehr wichtig.
Die Checkliste für den Arztbesuch von patienten-information.de ist auf jeden Fall lesenswert.

Schlaganfall : Test für individuelles Risiko

Wenn Sie das persönliche Risiko für einen Schlaganfall bei sich ermitteln wollen, kann der folgende Schlaganfall-Test
schon eine erste Orientierung sein. Regelmässig sollte man aber insbesondere bei Vorliegen von Risikofaktoren wie eine familiäre Vorgeschichte, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und andere Gerinnungsprobleme den Arzt aufsuchen.

Jumaat, 29 Jun 2007

Fibromyalgie und Überempfindlichkeit

Chronische Schmerzsyndrome wie die Fibromyalgie werden heute zunehmend unter Aspekten einer kombinierten neurobiologischen Überempfindlichkeit eines "zentralen Sensitivitätssyndroms = central sensitivitiy syndrom css)im Zusammenwirken mit psychosozialen Belastungen gesehen.

Dabei ergibt sich ein ganzes Spektrum von "verwandten" Symptomen und Erkrankungen, die man auf eine Überempfindlichkeit bzw. besondere Sensitivität in bestimmten Körper- bzw. Gehirnregionen zurückführen kann. Neben Schmerzen können Müdigkeit bzw. stark nachlassende Leistungsfähigkeit unter bestimmten Belastungssituationen auftreten. Depressive Symptome sind aufgrund der zunehmenden Beeinträchtigungen und Einschränkungen häufig.

Neben dem häufig auch (wohl fälschlich) als "Weichteilrheuma" zugeordnetem Fibromyalgie-Syndrom werden zunehmend auch bei der Migräne, dem Reizdarm oder Reizmagen und dem Restless-Leg-Syndrom entsprechende Auffälligkeiten beschrieben.
Neben Schlafstörungen und Depressionen findet sich dann auch eine besondere Stressempfindlickeit.

Diese Gruppe von Erkrankungen sind somit keine "Einbildungen" sonderne beruhen auf neurobiologischen Veränderungen in der Schmerz- bzw. Sinneswahrnehmungen. Durch psychosoziale Belastungen bzw. die zunehmende Einengung der Wahrnehmung auf die Beeinträchtigunge können aber die Veränderungen im Zentralen Nervensystem noch weiter verstärkt werden.

Laieninformationen zu Depressionen

Bei der Fülle von Büchern und Internetseiten zu psychischen Problemen fällt es schon schwer, wirklich gute Seiten zu finden. Die Seiten der "Neurologen und Psychiater im Netz" empfehle ich dabei immer wieder gerne. Beispielhaft zum Thema Depressionen
kann man sich bei eigenen Problemen oder aber Fragen bei depressiven Erkrankungen seiner Angehörige schnell und umfassend informieren. Im Gegensatz zu dem Frage-und-Antworten-Ansatz von webhealth.info zum Themengebiet Depressionen Ursachen, Symptome und Behandlung findet man hier nicht häufig gestellt Fragen und Antworten, sondern eine völlig ausreichende Basisinformation zum Thema

Khamis, 28 Jun 2007

Adipositas : Portionsteller zur Gewichtsabnahme

Zum Kampf gegen Adipositas
werden die verschiedensten Ideen propagiert. Ein Ansatz überhaupt ein kontrolliertes Essen und ein Maß für normale Essportionen zu entwickeln, sind vorgegebenen Portionsteller bzw. andere Gefäße. In einer Studie der Universität Calgary wurde dies bei 130 übergewichtigen Erwachsenen mit Typ 2 Diabetes untersucht.

Die Teller hatten deutlich sichtbare Aufteilungen für den Anteil von Kohlenhydraten, Protein, Käse, Sause und Gemüsse, so daß ein Mittagessen von ca 800 kcal für einen Mann bzw. 650 kcal für eine Frau zusammengestellt wurde.

Dabei zeigte sich, dass hierdurch eine mittlere Gewichtsabnahme von 2.1. kg (1.8 Prozent des Körpergewichtes) erzielt werden konnte. Ein erheblicher Anteil erzielte sogar eine Gewichtsabnahme von mindestens 5 Prozent (16.9 gegen 4.6 Prozent der Kontrollgruppe).

Damit war dieses einfache Hilfsmittel ungefähr so wirksam wie angepriesene Medikamente zur Gewichtsabnahme.


MedlinePlus: Portion control dishes aid weight loss: study

Rabu, 27 Jun 2007

Hardrock Sucht

Das geht mir eindeutig zu weit, was man da gerüchteweise in der Ärztezeitung über einen 42 jährigen Mann aus Südschweden liesst. Bei ihm wurde eine "Musiksucht" diagnostiziert. Soweit so gut. Aber seine Leidenschaft für die Hardrocker von Black Sabbath wurde ihm auch noch als Erwerbsminderung "anerkannt", so dass er jetzt 100 Euro Beihilfen für Konzertkarten und CDs im Monat erhält und sein Chef ihm bei der Arbeit Kopfhöher zur Verfügung stellt.

Die spinnen die Schweden... Man stelle sich vor, alle Teilnehmer der Open-Air-Festivals in Scheesel und anderen Orten würden jetzt bei uns einen Konzertkartenzuschuss beantragen und auf Pearl Jam-Abhängigkeit eine Berufsunfähigkeitsrente fordern...


Geld vom Staat fuer Heavy-Metal-Music

Antidepressiva und Osteoporose

Die Behanldung mit Antidepressiva aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) erhöht möglicherweise das Risiko im Alter durch eine Osteoporose Brüche zu bekommen. Zu diesem Ergebnis kommen jedenfalls zwei Untersuchungen an Frauen bzw. Männern, die eine Abnahme der Knochendichte unter der Behandlung mit Antidepressiva beschreiben.
Antidepressiva als Osteoporoserisiko im Alter

SSRI werden nicht nur bei Depressionen sondern auch bei Angsterkrankungen und Zwängen, nicht selten aber auch bei Essstörungen eingesetzt. Hier sollte man daher in Zukunft besonders vorsichtig sein, wenn bereits andere Risiken oder eine Veranlagung für eine Osteoporose bekannt sind.

Selasa, 26 Jun 2007

10 Medizinische Warnzeichen

Die amerikanische Mayo Klinik veröffentlichte in ihrem Gesundheitsnewsletter eine Liste von Warnhinweisen, die eine dringliche medizinische Untersuchung erfordern. Hier sind also 10 häufige Gesundheits-Beschwerden, die unbedingt weiter untersucht und behandelt werden sollten

1. Gewichtsverlust
Ein unerklärter Gewichtsverlust von über 5 Prozent in einem Monat oder von über 10 Prozent des Ausgangsgewichtes innerhalb der letzten 12 Monate kann auf eine ganze Reihe von Krankheiten hinweisen. Hierzu gehört eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose), eine Lebererkrankung, Krebs oder aber andere Erkrankungen, bei denen der Körper bestimmte Stoffe nicht aufnehmen oder verstoffwechseln kann.

2. Anhaltendes Fieber
Länger anhaltendes Fieber sollte immer dann abgeklärt werden, wenn es über eine Woche oder länger besteht. Neben möglichen Entzündungen bzw. Infektionen können eben auch andere chronisch oder akut verlaufende Erkrankungen (einschliesslich Tumore) mit Fieber einhergehen.

3. Atmennot
Wenn sie nicht (mehr) genügend Luft bekommen oder sich kurzatmig fühlen kann dies ein medizinischer Notfall sein. Auch hier gibt es zahlreiche Erkrankungen mit dem Leitsymptom Luftnot. Neben Astma und Herzerkrankungen gehören aber auch Angsterkrankungen (z.B. Panikstörung) dazu. Plötzlich auftretende Luftnot kann auf eine Lungenembolie hindeuten.

4. Verdauungsbeschwerden
Wenn sich der Stuhlgang akut bzw. über eine längeren Zeitraum ändert, so kann neben einer bakteriellen oder viralen Entzündung eben auch Darmkrebs eine Ursache sein, die man so früh wie möglich erkennen sollte. Mögliche Warnzeichen im Darm sind :
- Schwerer Durchfall länger als 2 Tage
- leichterer Durchfall länger als 1 Woche
- Verstopfung über mehr als 2 Wochen
- Plötzlich Stuhldrang
- Blutbeimengungen im Stuhl (blutiger Durchfall)
- Teerstuhl (pechschwarzer Stuhl)

5. Psychische Veränderungen
Wenn sich das Verhalten plötzlich deutlich verändert, sollte man auch an eine Erkrankung im Gehirn denken. Warnzeichen sind dabei besonders :
- akute Verwirrung
- Krampfanfälle
- plötzlich neu auftretendes aggressives Verhalten
- Wahnerleben und Halluzinationen

6. Kopfschmerzen
Neu einsetzende und starke Kopfschmerzen müssen gerade bei über 50 jährigen als Alarmzeichen bewertet werden. Damit sind nicht die chronischen Kopfschmerzen (Spannungskopfschmerz oder Migräne) gemeint, sondern blitzartig neu einsetzende Schmerzen. Auch Kopfschmerzen, die mit Nackensteifigkeit, Fieber, Verwirrung, Sehstörungen oder gar Krampfanfällen einhergehen erfordern umgehende notfallmässige Behandlugn. Weitere Warnzeichen im Zusammenhang mit dem Leitsymptom Kopfschmerz sind Sprachstörungen, Schwäechegefühl oder Schwindelsymptome.

7. Neurologische Warnzeichen TIA
Kurzzeitiger Sehverlust, Unfähigkeit zu Sprechen oder den Arm oder das Bein zu bewegen, können Vorboten eines Schlaganfalls sein. Die Transitorische ischämische Attacke (TIA) ist ein Notfall, der sofotige Behandlung in einer Klinik mit einer sog. Stroke-Unit erfordert.

8. Lichtblitze im Auge
Die Wahrnehmung von Lichtblitzen kann ein Warnzeichen für eine Schädigung im Auge sein. Suchen Sie unmittelbar einen Augenarzt auf.

9. Völlegefühl nach kleiner Mahlzeit
Wenn Sie sich früher als normal "voll" fühlen, wenn sie gegessen haben, kann auch dies ein Warnsymptom sein. Völlegefühl, Appetitlosigkeit und Schluckbehinderungen können auf Magen-Darmerkrankungen wie Magenkrebs, Bauchspeicheldrüsenveränderungen und andere Erkrankungen hinweisen.

10. Gelenkschwellungen
Heisse und gerötete Gelenke können bei Infektionen der Gelenke oder aber bestimmte Formen einer Arthritis (z.B. Autoimmunerkrankungen) auftreten und sollten ebenfalls Anlass einer ärztlichen Untersuchung sein.

Quelle :
Mayo Clinic - Ten Symptoms Not to Ignore

Isnin, 25 Jun 2007

Brustschmerzen : Theophyllin kann helfen

Schmerzen in der Brust können eine ganze Reihe von Ursachen haben. Während man im Allgemeinen zunächst an eine Ursache am Herzen denkt (z.B. Angina pectoris oder gar ein Herzinfarkt), denken die Hausärzte wohl zunächst an eine sog. Refluxösophagitis. Damit ist gemeint, dass ein Brennnen in der Brustbeinregion durch ein Zurückfliessen von saurem Mageninhalt entsteht. Lästig und schmerzhaft, seltener aber gefährlich. Aber selbst wenn man durch Untersuchungen (einschliesslich einer Magenspiegelung und Nachweis bzw. Ausschluss einer Keimbesiedelung mit dem Bakterium Helicobacter) dies ausgeschossen hat, bleibt eine Gruppe von Patienten, die über Schmerzen im Speiseröhrenbereich klagen. Neben Beschwerden aus dem Wirbelsäulenbereich bwz. der Muskulatur ("eingeklemmter Nerv"), sollte man dann auch an eine Überempfindlichkeit im Bereich der Speiseröhre denken.

Eine Untersuchung, die im American Journal of Gastroenterology publiziert wurde setzte jetzt Theophyllin bei Patienten ein, die eine Überempfindlichkeit bzw. Schmerzempfindlichkeit im Bereich der Speiseröhre angaben. Theophyllin wird eigentlich als Asthmamedikament eingesetzt, kann aber eben auch die glatte Muskulatur bzw. Verkrampfungen im Bereich der Speiseröhre beeinflussen. In der Untesuchung half jedenfalls eine Tablette oder Spritze mit Theophyllin, was die Autoren auf die Beeinflussung der sog. Adenosinrezeptoren in der Speiseröhre zurückführten.

Unexplained Chest Pain Relieved By New Treatment

Urlaub auf Krankenschein

Sie haben sich schon von dem "Präventionsangebot" der Gmünder Ersatzkasse gehört, bei dem eine Flusskreuzfahrt als "Gesundheitsprävention" mit ca 200 Euro gesponsert wird. Soweit - so gut. Wenn nicht 200 Euro in etwa der Betrag wäre, den eine gesetzliche Krankenkasse für einen Hausarzt im Rheinland im ganzen Jahr überweist.

Jetzt rechtfertigt sich die Versicherung auch noch mit der Aussage, dass man sonst Männer nicht zur Teilnahme an Präventionsmaßnahmen motivieren könne und man daher eine gute Tat mit der Maßnahme im Sinne der Gesundheit mache.

Andererseits müssen dann Ärzte erklären, dass sie bestimmte "gesetzliche Leistungen" nicht mehr anbieten, während dann die Krankenkassenurlauber sich auf dem Kreuzfahrtschiff den Urlaub auf Krankenkassenkosten genehmigen. Unglaublich.

Deutsches �rzteblatt: Nachrichten "Trotz Kritik an Krankenkasse: Gesundheitsreisen bleiben im Programm"

Alkohol tötet die Hälfte der jungen Russen

Alarmierende Zahlen zur Todesursache von erwerbsfähigen Männern aus Russland : In einer Studie wurden 43 Prozent aller Todesfälle von jungen Männern zwischen 25 und 54 auf Problemtrinken bzw. Alkoholmissbrauch zurückgeführt. Dazu wurden Männer aus dem russischen Industrieort Izhevsk untersucht. Die Forscher fanden heraus, dass Alkohol das Todesrisiko 6-fach erhöhten und eben fast die Hälfte der Männer in diesem Ort an direkten oder indirekten Folgen von Alkohol vorzeitig verstarben.

HON - News : Problem Drinking Kills Almost Half of Russia's Young Adult Men

Ahad, 24 Jun 2007

Hörsturz : Ursache ungeklärt, Therapie oft wirkungslos

Der plötzliche Hörverlust auf einem oder beiden Ohren (mit oder ohne begleitende Ohrgeräusche = Tinnitus) oder Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis) ist ein relativ häufiges Ereignis. Etwa 200-300 Neuerkrankungen sollen pro 100000 Personen nach Schätzungen der Fachgesellschaften auftreten. Ob es nun "Notfälle" oder Eilfälle in der Behandlung sind, sei dahin gestellt. Immer noch machen jedenfalls HNO-Ärzte den Betroffenen Panik, dass dahinter ein schlimmes Ereignis stehen müsse, dass unmittelbare Behandlung bedarf. Diese Angst oder Vorwürfe "zu spät gekommen zu sein", lösen jedoch Anspannung und eine fehlgeleitete Fixierung auf jegliche Veränderungen im Hörsystem aus, die vermutlich sogar noch zur Verschlimmerung beitragen. Provokativ könnte man dabei behaupten, dass dadurch die Wahrscheinlichkeit einer Spontanheilung verringert wird. Was viele Menschen nicht wissen : In 32 bis 70 Prozent verschwindet ein Hörsturz auch (oder gerade) ohne jegliche Behandlung!

Dagegen sieht es um die Wissenschaftlichkeit der angebotenen Therapieverfahren sehr schlecht aus. 21 Studien wurden dazu in einer Metaanalyse verglichen. Dabei fällt schon auf, dass allein die Definition des Hörsturzes nicht einheitlich ist. Und letztlich ergeben sich für die Behandlungsoptionen allenfalls Ergebnisse, die einer unbehandelten Kontrollgruppe entsprechen. Weder Durchblutungsförderung, Virostatika, Flüssigkeitsgabe, Ionotrope Therapie mit Lidocain oder die hyperbare Sauerstofftherapie können dabei überzeugen.

Letztlich sind die Ursachen bisher unklar (vermutlich eher in zentralen Hörverarbeitungsprozessen als in einer Ursache am Innenohr selber) zu sehen. Die postulierten Behandlungen bringen meist überhaupt nichts.

Daher ist es fraglich, ob es nicht besser ist zu Hause zu bleiben als von einem HNO-Arzt verunsichert zu werden...
Deutsches �rzteblatt: Nachrichten "Meta-Analyse zum Hoersturz: Keine Therapie ist evidenzbasiert"

Isnin, 11 Jun 2007

Postpartum Depressionen auch bei Männern

Auch Männer entwickeln nach der Geburt eines Kindes häufiger Depressionen. Während die "postpartale Depression" bei Müttern schon lange beachtet wurde, zeigen in einer Untersuchung von über 5000 Familien 14 Prozent der Mütter und immerhin 10 Prozent der Väter eine mittelgradige bis schwere depressive Störung.
Die meisten Ärzte gingen bisher davon aus, dass hormonelle Veränderungen in der Folge der Geburt massgeblich zur Entwicklung einer depressiven Reaktion führten und somit eigentlich nur die Frauen betroffen seien. Die neue Untersuchung weist dagegen vor allem auf den Einfluss des einschneidenden Lebensereignisses hin, das nicht immer (nur) positive Veränderungen mit sich bringt.


HON - News : Postpartum Depression: A Risk for New Dads, Too

Sabtu, 19 Mei 2007

Schilddrüsenvergrösserung : Schlucktest hilft bei Erkennung

Ein einfacher Test mit einem Schluck Wasser und einem Spiegel kann schon helfen, eine vergrösserte Schilddrüse - umgangsssprachlich auch Kropf genannt - zu erkennen. Diesen Selbsttest bei Struma habe ich auf der Internistenseite gefunden. Nicht immer ist es tatsächlich so, dass subjektiv empfundene Schluckbeschwerden (sog. Globusgefühl") tatsächlich auf eine Schilddrüsenvergrösserung (Struma) zurück zu führen wäre. Aber dennoch kann z.B. in bestimmten Gebieten mit einer Unterversorgung von Jod und bei einigen anderen Erkrankungen eine Vergrösserung der Schilddrüse ein Warnzeichen sein. Der Arzt wird dann relativ leicht mit einer Blutuntersuchung des TSH-Basisspiegels und ggf. einer weiteren Schilddrüsensonographie die weiteren Schritte für die Diagnostik einleiten können.

Krebs : Angst vor Krebs löst Verunsicherung aus

Gehören SIE auch zu den Menschen, die Angst vor Krebs haben? Nach einer amerikanischen Untersuchung führen Verunsicherung und fatalistische Überzeugungen über Ursachen und Einflussmöglichkeiten bei den häufigen Krebserkrankungen dazu, dass tatsächlich bestehende Präventionsmaßnahmen nicht angewendet werden und damit tatsächlich das eigene individuelle Krebsrisiko erhöht wird. Ein Teufelskreis einer selbsterfüllenden Prophezeihung also.

"Gegen Krebs kann man sowieso nichts machen"
"Schicksal, an Krebs muss man eh sterben"
"Handys verursachen Krebs"
"Das Essen ist schuld"
"Ob ich rauche oder nicht, ist doch egal"

So oder so ähnlich lauten dann eigene Einstellungen, die häufig mehr oder weniger auch noch durch geschickte Werbung der Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln, Bioresonanzgeräten oder anderem Quacksalber-Lockangeboten verstärkt werden. Gesundheitsbezogene Ängste bei Halbwissen oder völliger Unwissenheit über die grundlegenden Vorgänge und Einflussmöglichkeiten führen dazu, dass man eben lieber den Versprechungen glaubt als selber aktiv zu werden und sich ausgewogen zu ernähren und sich zu bewegen.

Krebs und Vorurteile" fasst dies in einem kurzen englischsprachigen Artikel gut zusammen.

Khamis, 17 Mei 2007

Vitamine erhöhen Krebsrisiko

Es gibt so hartnäckige urbane Legenden, die zwar scheinbar stimmig aber keinesfalls richtig ist. Sicher ernähren sich die Amerikaner aus unserer Sicht nicht unbedingt gesund und die zunehmende Häufung von Adipositas ist sicher nicht ein Beleg für eine gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung. Aber eine geschickte Industrie bzw. Multilevelmarketing-Versuche (MLM) im Bereich Nahrungsergänzungsmittel will uns glauben machen, dass unsere Ernährung nicht genügend Vitamine enthält. Dabei enthält die durchschnittliche amerikanische Ernährung bereits 120 Prozent des täglichen Bearfs der relevanten Vitamine Vitamin A, Vitamin C oder Beta-Caroten. Auch Vitamin-E-Mangelzustände seien in den USA noch nicht berichtet worden. Dennoch nehmen zahlreiche Menschen täglich Multivitaminpräparate als Nahrungsergänzung ein.

Mit tödlichem Risiko übrigens. So ergab eine neue Untersuchung bei Männern, dass das Risiko für ein tödlich verlaufendes Prostatakarzinom sogar fast verdoppelt wurde.

Deutsches Aerzteblatt: Nachrichten "Neue Studie: Multivitamine verdoppeln Risiko auf toedliches Prostatakarzinom": "Vitaminsupplemente"

Isnin, 14 Mei 2007

Steuer auf Süssigkeiten

Wenn den Politikern zu langweilig wird, gründen die einen neuen Ausschuß oder denken über eine neue Steuer nach. Statt sich wirklich mit dem Thema Übergewicht und Gesundheitsprävention auseinander zu setzen, denken doch die hohen Herren und Damen an eine Naschsteuer.Es spricht nicht für die Reputation der "Gesundheitsexperten", wenn nun für ungesunde Lebensmittel eine Extra-Steuer (oder zumindest normale Mehrwertsteuer) gefordert wird. Wir erinnern uns : Der Bundestag hat sich selber von der Nicht-Raucher-Regelung in öffentlichen Gebäuden ausgeschlossen. Frau Merkel wird dann wohl auch weiterhin Naschzeug bekommen.

Da die FDP offenbar sich nur von Trüffel und Gänseleber ernährt (die können es sich offenbar noch leisten und haben da wenig Skrupel), denkt Herr Goldmann als Ernährungspoltiksprecher dieser Partei eben an Luxus und ist für mehr Steuer. Aha.

Die CDU will mehr Schuluntersuchungen. Auch lustig. Per Zufall habe ich gestern gelesen, dass Baden-Würtemberg 50 Schulpsychologen sucht. Offenbar gab es da vorher überhaupt keine. Gilt das auch für die medizinische Versorgung?

Frau Künast von den Grünen hat dagegen offenbar web4health gelese (kleiner Scherz) und fordert statt Steuern eher den Verbot von TV-Werbung für Süssigkeiten. Aber wenn man sowas fordert, wäre sowohl die direkt betroffene Industrie wie auch die Werbewirtschaft in der Lobbyarbeit gefordert. Und wir können sicher sein, dass es dann lieber zu einer Steueranpassung als zu wirksamen Änderungen für die Gesundheit kommt.

Deutsches Aerzteblatt: Nachrichten "Koalitions-Experten fordern „Naschsteuer“"

Betreuungsrecht

Wenn ein Mensch (z.B. aufgrund einer akuten psychischen Erkrankung oder aber fortschreitenden Demenz) nicht mehr in der Lage ist (allein) Entscheidungen in Hinblick auf finanzielle Angelegenheiten, Behördenaufgaben oder aber Gesundheit zu treffen, kann eine Betreuung erforderlich werden. Auch wenn Betreuung natürlich nichts mit Entmündigung zu tun hat, kann über einen Antrag eines Gesetzlichen Betreuers auch die Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Station veranlasst werden. Aber eben nur, wenn dies aufgrund Eigen- oder Fremdgefährdung erforderlich ist.
Leider existieren viele Vorurteile und Fehlinformationen zu diesem Themengebiet. Daher ist eine Informationsbroschüre und einige Vordrucke zum Thema Betreuung und Vorsorgevollmacht ganz sinnvoll


BMJ | Betreuungsrecht

Ahad, 13 Mei 2007

Suppendiät : Macht die Vorspeise schlank?

Manche Gewohnheiten kommen aus der Mode. Die "Vorsuppe" vor dem Mittagessen war noch bei meinen Grosseltern an mehreren Tagen in der Woche üblich. Vermutlich mit gutem Grund. Dies jedenfalls behauptet eine Untersuchung zur Wirkung von Vorsuppen auf Adipositas.

Deutsches Aerzteblatt: Nachrichten "Die Suppendiaet – 20 Prozent weniger Kalorien" würde man zu sich nehmen, wenn man zuvor eine Brühsuppe essen würde.

Sabtu, 12 Mei 2007

Workaholic - Wenn Sie am Wochenende und nachts noch Arbeiten

Sind Sie ein Workaholic?

Ich denke, man muss nicht für alle exzessiven Eigenschaften sofort eine neue Suchtdiagnose erfinden. Sei es nun die Sexsuch, Kaufsucht, Videospielsucht oder Arbeitssucht. Aber gemeinsam ist eben diesen Problemen, dass es zu einem Kontrollverlust und eine deutliche Beeinträchtigung des Soziallebens in Familie und Freundeskreis kommt (wenn man denn noch diese vorweisen kann und nicht nur auf virtuelle Kontakte in xing oder anderen Buisiness-Communities beschränkt ist).

Bei workaholics-anonymous.org habe ich folgende Fragen als Selbsttest für "Arbeitssüchtige" gefunden :

1. Können Sie sich mehr für ihre Arbeit als für ihre Familie oder irgendetwas anderes begeistern?
2. Gibt es Zeiten in denen Sie sich nur mit der Arbeit beschäftigen?
3. Nehmen Sie Arbeit mit in ihr Bett oder ins Wochenende und auf einen Urlaub?
4. Ist die Arbeit die Beschäftigung, die ihnen am besten gefällt und über die Sie am häufigsten sprechen?
5. Arbeiten Sie mehr als 40 Stunden in der Woche?
6. Verwandeln Sie ihre Hobbies in geldbringende Unternehmen?
7. Übernehmen Sie die komplette Verantwortung und Kontrolle über die Arbeitsergebnisse ihrer Kollegen?
8. Haben es ihre Freunde oder ihre Familie aufgegeben, sie pünktlich zu Haus oder zu einer Verabredung zu erwarten?
9. Übernehmen sie extra Arbeiten oder Pflichten bei der Arbeit aus Sorge, dass sie sonst nicht erledigt werden?
10. Unterschätzen Sie, wie lange eine Arbeit dauert und stürzen sich dann in letzter Minute rein und vergessen die Zeit ?
11. Denken Sie, dass es o.K. ist länger zu arbeiten, wenn man seine Arbeit liebt?
12. Werden Sie unruhig, wenn andere Menschen noch andere Prioriäten außer Arbeit haben?
13. Haben Sie Angst, dass sie ihren Job verlieren wenn sie nicht hart genug arbeiten?
14. Machen Sie sich ständig Sorgen um die Zukunft auch wenn derzeit die beruflichen Geschäfte glänzend laufen?
15. Machen Sie Arbeiten impulsiv und aus der Situation heraus mit voller Energie (einschliesslich Spiel und Freizeit?)
16. Werden Sie irritiert, wenn andere Personen sie auffordern die Arbeit zu unterbrechen um etwas anderes zu machen?
17. Hat das lange Arbeiten ihr Familieleben und soziale Beziehungen beeinflusst?
18. Denken Sie beim Autofahren, beim Einschlafen oder Gesprächen mit anderen Personen an ihre Arbeit?
19. Lesen sie geschäftliche Dinge/ Akten während der Mahlzeiten?
20. Denken Sie, dass Geld andere Probleme in ihrem Leben lösen kann?

Wenn Sie "JA" zu mehr als 3 dieser Fragen sagen müssen, könnten Sie ein Workaholic sein.

Ahad, 6 Mei 2007

Gesundheitsinformation für Kids und Teeanager

Mal eine gute Webseite, die jugendgerecht Gesundheit veranschaulichen möchte. Medizity kommt ohne belehrenden Unterton daher und ist erfrischend anders aufgemacht. Leider findet man solche guten Seiten im Internet so selten... Die Frage stelle sich halt immer wieder, wie man Medizin verständlich und dazu noch umsetzbar für den Alltag den Betroffenen vermittelt. Hier ist ein Ansatz, der sich eben mit der Zielrichtung Prävention der Vermeidung von Krankheiten und der Gesundheitsinformationen widmet.

Sabtu, 5 Mei 2007

Depressionen : 6 Tips bei depressiven Störungen

Auf einer Seite der amerikanischen Hausärzte habe ich folgende 6 Tips zur Bewältigung von Depressionen gelesen :

1. Setzen Sie sich erreichbare Ziele für sich selbst
Bei einer Depression muss man zunächst akzeptieren, dass man weit weniger am Tag machen kann oder sich auch schlechter konzentrieren kann. Wenn es schon ein wenig besser geht, sollte man nicht 100 Prozent von sich erwarten (oder gar die liegengebliebenen Sachen auf einmal erledigen wollen). Vielmehr muss man schrittweise die Aktivitäten steigern.

2. Glauben sie nicht an die negativen Gedanken
Ein Kennzeichen der Depressionen sind automatische negative Gedanken, die meist mit Gedaken an das eigene Versagen, Scham oder Schuldgefühle zu tun haben. Diese Gedanken sind nach der Erfahrung der Therapeuten klare "Denkfehler" oder Wahrnehmungsverzerrungen. Leider sorgen sie selber dafür, dass die Depressionen noch schlimmer werden (Teufelskreis der Depressionen). Versuchen sie, nicht an diese Gedanken.

3. Positive Aktivitäten bei Depressionen
Machen Sie mehr Dinge, die ihnen gut tun und die ihnen (früher) Spass gemacht haben. Eine Liste von möglichen positiven Aktivitäten bei Depressionen haben wir im Forum gesammelt.

4. Schieben sie wichtige Entscheidungen auf
In einer depressiven Episode solte man keine lebensentscheidende Entscheidungen wie Arbeitsplatzwechsel oder Trennungen treffen. Sollten diese unabdingbar erforderlich sein, sollten sie mit mehreren Freunden und Angehörigen darüber sprechen.

5. Trinken sie keinen Alkohol oder nehmen sie nicht verschriebene Medikamente ein, da diese zu Wechselwirkungen mit Antidepressiva führen können und zu einer Verschlimmerung der Depressionen führen können.

6. Sorgen sie für ausreichend Bewegung.
Mindestens 30 Minuten vier bis sechsmal am Tag in Form von Spaziergängen, Fahrradfahren oder Sport ist ideal...

Adipositas bei Kindern : Der Vater ist Vorbild

Der Erziehungsstil des Vaters scheint einen groesseren Einfluss auf das Ernährungsverhalten der Kinder und damit auf die Entwicklung von Übergewicht / Adipositas zu haben.

In einer Studie bei 5000 Kindern aus Australien im Altern von 4-5 Jahren fanden Forscher heraus, dass klare Erziehungsregeln mit deutlichen Grenzen und Regeln, Befolgen klarer Anweisungen und gute Kommunikationsmuster deutlich seltener zur Entwicklung von Übergewicht führten.

Interessant dabei : Der Erziehungsstil der Mutter hatte (zumindest rein statistisch gesehen) keinen derartigen Einfluss.

Nun dürften die Eltern so oder so eine Vorbildfunktion haben. Während man häufig die Mütter für die Entwicklung von Adipositas anschuldigt, sollte so die ganze Familie in den Blickpunkt rücken. Und man sollte eben auch schauen, wie es mit dem eigenen Gewicht so steht : 60 Prozent der Väter und 40 Prozent der Mütter in der Studie waren adipös...


HON - News : Dads' Parenting Style Influences Childhood Obesity

Hilfe bei Zwangsgedanken

Einen interesanten neuen Therapieansatz für Zwangsgedanken stellt Steffen Moritz in einem kostenlosen Manual des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf vor.

Hilfe bei Zwangsgedanken. Dieser Therapieansatz wird als "Assoziationsspaltung" bezeichnet. Mehr im Manual...

Jumaat, 4 Mei 2007

Kaffee ist gut für die Gesundheit

Einige Nachrichten aus dem Bereich Medizin wählt man als Patient danach aus, ob sie dem eigenen Konsumgewohnheiten entsprechen. Dementsprechend kommt mir eine Zusammenstellung der positiven Effekte von moderatem Kaffeegenuss auf meine Gesundheit gelegen.

Wussten sie etwa, dass Kaffee (egal of coffeinhaltig oder coffeinfrei) das Risiko für Diabetes mellitus, Typ 2 reduziert ? Wusste ich so nicht. Ich vermute mal, dass es auch damit zu tun haben könnte, dass andere Getränke weit ungesünder sind.

Zunächst geht es erstmal darum zu definieren, was denn noch ein normaler Kaffeekonsum wäre. 3-5 Tassen (welche Grösse denn?) gelten als noch im Rahmen. Bei höheren Mengen droht ein "Entzug" mit Kopfschmerzen und anderen Beschwerden.

Aber im Rahmen des üblichen scheint Kaffee sogar das Risiko für Parkinson, Alzheimer, Nierensteine, Gallensteine aber auch depressive Symptome und Selbstmordrisiko.

Dagegen wird ein erhöhtes Risiko für erhöhten Blutdruck. Offenbar jedoch nicht in einem Ausmaß, das wirklich ein Gesundheitsrisiko darstellt. Verschiedentlich wird auch ein vermehrtes Risko für Magenkrebs diskutiert, während andere Tumorarten offenbar seltener auftreten sollen.

Über welche Mechanismen Kaffee als "Medikament" wirkt, ist unklar. Offenbar ist es nicht das Coffein. Kaffee enthält eine Reihe von weiteren Bestandteilen wie Magnesium, Vitamin B3 und Radikalfänger. Möglicherweise wird durch die Stimulation von GLP-1 (Glucagon Peptid) die Zuckeraufnahme reduziert.

Wie dem auch sei. Wie bei allen Dingen gilt : Die richtige Dosis macht´s.

WoW - Sie wissen, was Ihr Sohn spielt?

Heute hatte ich erneut ein Vorgespräch für eine stationäre ADHS-Behandlung in unserer Klinik. Eine der ersten Fragen, die ich dabei stelle : Wieviele Stunden WoW spielen Sie ? Seine Antwort : In den letzten Tagen 14 Stunden (er sei krankgeschrieben). World of Warcraft scheint auf Jugendliche und junge Erwachsene eine magische Anziehungskraft auszuüben. In der Wikipedia habe ich gelesen, dass in China gesetzlich vorgegeben die tägliche Spielzeit auf 3 Stunden begrenzt wird. Keine ganz schlechte Idee (ich würde eher 1,5 h vorschlagen). Aus Sicht der Community aber ein Unding, da jetzt mal wieder die Computerspiele verteufelt werden. Liegt doch das Spielprinzip gerade darin, dass man über die Zeit höhere Stufen gewinnen und immer "wertvollere" Dinge umsetzen kann. Einmal ganz davon abgesehen, dass ja die Eltern in aller Regel auch noch die monatlichen Gebühren zahlen (die nicht gerade wenig sind), so fällt das Ausschalten gerade bei diesen Spielen mehr als schwer. Ein Nein, bzw. Stop wird selben akzeptiert und führt zu wüsten Auseinandersetzungen. Es geht also nicht um den Inhalt (sei er nun "gewaltfördernd" oder auch nicht), sondern um den Aufbau an sich.

Natürlich können viele Kinder und Jugendliche auch mit solchen Spielen gut umgehen und sich begrenzen. Aber viele Teenager können dies eben gerade nicht. Und sie werden vor den Folgen dieser Spiele nicht geschützt. Ich war immer gegen ein Spielverbot bzw. eine Indexierung. Es geht nicht mit einem Zwang. Aber die Jugendlichen müssen Medienkompetenz erwerben. In Lüneburg wird gerade eine Ausstellung über die 50er Jahre eröffnet. Damals gab es weder "Wanne noch Glotze". Simpel ausgedrückt, stimmt aber irgendwie. Wir sind in einer anderen Zeit auf dem Kalender angekommen, aber das Pädagogiksystem ist noch locker in den 50ern verhaftet. Und die meisten Eltern wissen noch nicht einmal, was sich hinter "WoW" versteckt...

Angezogen werden nun einmal gerade Jugendliche, die im "realen Leben" (analog zu Second life sprechen einige schon von "First life") übliche Formen der Selbstregulation und Alltagsorganisation nicht mehr schaffen und gerade in den Online-Communites Anerkennung und "Connections" bekommen. Die unmittelbare Rückmeldung und die Erfolge machen "süchtig" (egal ob man dies nun als Computersucht ansieht oder nicht). Schlimmer noch, sie verhindern eine andere Tätigkeit, eine geregelte Tagesstrukturierung, soziale Kontakte und das Erlernen von sozial üblichen Formen der Problem- und Konfliktbewältigung.

Wenn man diese Grundfertigkeiten aber nicht im Teenageralter erfährt (und dies eben nicht virtuell sondern durch praktische Erfahrungen), wird man früher oder später eben auf der Strecke bleiben. Ich habe zwischenzeitlich etliche Clanführer real kennengelernt. Für sie war ein Leben ohne ihren Clan eine weit grössere Angst als die Trennung von ihrer Familie. Was natürlich auch Bände über die Familien aussagen könnte.

Krankheiten heilen

Glauben Sie, dass ein Mann die Erkenntnis hat mal eben Übergewicht und Adipositas, Asthma bronchiale und dann auch noch ADHS zu heilen? Warum nur ist uns dieses Genie (im Nebenberuf noch in zahlreichen Verwaltungstätigkeiten engagiert) bisher nicht als Träger einer hohen medizinischen Würde aufgefallen? Nur mit Mühe (über eine beiläufige Google-Anzeige) erfährt man von dem epochalen Werk dieses Mannes, der die Möglichkeiten der Ernährung auf so scheinbar einleuchtende Weise und so fern jeglichen Geschäftsinteresses vertreibt. Es muss ein guter Mensche sein, weil er sich doch um die Gesundheit bemührt und den ebenso richtigen wie weisen Rat gibt : Leb gesund....

Ähnliche nette Auffälligkeiten bieten nur schwer zu findende "persönliche" Erfahrungsberichte auf geocities-Seiten, die die Möglichkeiten der Aminosäuren aus so ganz ganz wirklich persönlicher Sicht auf einer (leider immer ähnlichen) Homepagevorlage für fast alle mir bekannten chronischen Erkrankungen anpreisen.

Da muss doch ein Fünktchen Wahrheit dran sein, sonst würden die das doch so nicht schreiben... Es ist schon interessant, was uns Google Adsense so an Erkenntnissen über die Grenzbereiche des Schabernacks und des guten Glaubens von Patienten und Angehörigen so liefert.

Symptomsuchmaschine

Eine nette Spielerei in Sachen Symptome und mögliche zugehörige Erkrankungen habe ich bei Medgle gefunden. Es ist sicher nicht als Diagnostikersatz zu sehen (und nur für englischsprachige Anwender). Zudem erfasst es sicher nicht alle möglichen Diagnosen bzw. die diagnostische Zuordnung ist manchmal fragwürdig. Aber die technische Umsetzung gefällt mir schon ganz gut.

Leider gibt es ja von Google selber noch keine deutschsprachige medizinische Suchmaschine. Die von mir entwickelte Gesundheitssuchmaschine auf der Grundlage von Google-Coop ist da nur einer mauer Ersatz.

Rabu, 2 Mei 2007

Nikotin als Medikation

Schon lange ist es bekannt, dass Menschen mit psychiatrischen Problemen wie Schizophrenie, bestimmten Formen von Hyperkinetischem Syndrom, Alzheimer oder anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen vermehrt Rauchen. Und dies tun sie offenbar auch als eine Form der "Selbstmedikation" und nicht unmittelbar deshalb, weil die Zigaretten nun so toll schmecken oder einen Genuss darstellen würden. So ist es wenig überraschend, dass Patienten in der Psychiatrie zu über 2/3 Raucher sind. Das ist insofern auch von Bedeutung, da das Nikotin in den Zigaretten z.T. an den gleichen Botenstoffsystemen ansetzt, wie therapeutisch verordnete Medikamente.

Ein Ansatz ist es nun, Medikamente mit Wirkung an den nicotinergen Rezeptoren im Gehirn zu entwickeln, die nicht die suchterzeugende Wirkung bzw. bekannten Gesundheitsrisiken aufweisen. Hierzu wurde jetzt eine weitere Untersuchung an Nikotinrezeptoren bekannt, die erste anekdotische Berichte stützen. Nun wäre es aus meiner Sicht verfrüht, schon von neuen Therapeutika zu sprechen. Zunächst werden weitere Untersuchungen erforderlich sein. Aber in der Zukunft könnte es durchaus sein, dass man Konzentrationsprobleme und innere Unruhe effektiver mit Medikamenten als mit Zigaretten therapiert.

Selasa, 1 Mei 2007

Depressionen : Verhaltenstherapie im Internet

2 Cent pro Anwender würde es laut australischer Erfahrungen kosten, wenn man internet-basierte Methoden der Verhaltenstherapie bei Depressionen online anbieten würde. Diese Kostenkalkulation gilt zumindest, wenn man die vorherigen Entwicklungskosten nicht berücksichtigt... Helen Christensen ist eine Pionierin auf dem Gebiet der von internet-basierter Psychotherapie bei depressiven Störungen. Moodgym wird täglich von über 600 englischsprachigen Personen aufgerufen und bietet - übrigens kostenlos für den Anwender- eine Verhaltenstherapie für Depressionen online.

Es gibt einige Untersuchungen, die die Möglichkeiten der internetbasierten Verhaltenstherapie in verschiedenen Bereichen belegen. Abgesehen von einer deutschsprachigen Studie mit Interapy bei Traumapatienten ist Deutschland hier Entwicklungsland, da es offenbar zu grosse Vorbehalte bei den Experten und ganz erhebliche Schwierigkeiten der Kostenübernahme bei den Kassen gibt.


Entgegen vieler Vorbehalte zeigt sich dabei, dass sowohl hinsichtlich der Wirksamkeit wie auch Sicherheit der "Online-Therapeut" sich nicht gegenüber einem klassischen Psychotherapeuten verstecken müsste. Sicherlich ist es heute für viele Patienten eher ein Glücksspiel, ob ihr Therapeut sich wirklich an eine Therapieform hält, die den Kriterien der evidenz-basierten Medizin entspricht. Ganz anders bei den Studien zur Verhaltenstherapie (CBT) online. Hier gibt es zwischenzeitlich Untersuchungen zur Posttraumatischen Belastungsstörung (Interapy), Angststörungen wie die Panikstörung, Phobien, Alpträume, verschiedene Formen von Essstörungen oder Selbstwertproblemen. Und diese werden nicht von irgendwelchen Technikverrückten gemacht, sondern u.a. von Prof. Isaac Maarks, einem der bekanntesten Verhaltenstherapeuten weltweit.

The Health Report: 8 March��2004� - On-Line Cognitive Behaviour Therapy for Depression

Antidepressiva gegen Schmerzen

Für viele Patienten ist es zunächst unverständlich, wenn ihnen der Arzt ein Mittel gegen Depressionen bei chronischen Schmerzen verordnet. "Ich bin doch nicht verrückt" ist dann eine häufige Bemerkung, die gleichzeitig ausdrückt, dass der Arzt offenbar die körperlichen Aspekte des Schmerzes nicht ernst nehmen würde. Dabei ist schon lange bekannt, dass die Schmerzwahrnehmung im Gehirn passiert und ganz wesentlich durch Antidepressiva verändert = moduliert wird.

Moderne Antidepressiva modulieren Schmerz ist somit eine bekannte Tatsache.

Während die Ärzte bisher überwiegend ältere Antidepressiva (mit einer noradrenergen Wirkung) wie Amitrytilin bei Spannungskopfschmerz und anderen chronischen Schmerzen einsetzen, versucht der Hersteller Wyeth jetzt sein Antidepressivum Trevilor offenbar auch für diese Indikation bekannter zu machen. Trevilor ist ein kombinierter Noradreanlin- und Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Eine Metaanalyse belege, das unter Venlafaxin deutlich bessere schmerzreduzierende Effekte auftraten als unter einem SSRI (was erstmal nicht verwundert, da man SSRI auch nicht für diese Indikation einsetzt). Der Vorteil von Venlafaxin wäre sicher, dass dieses Präparat nicht so müde macht wie ältere tricyclische Antidepressiva. Dafür ist der Preis astronomisch hoch und einige Patienten klagen über Absetzphänomene bzw. Unruhe und andere Unverträglichkeitsreaktionen.

SSRI für den Hund

Ich halte eigentlich viel von Psychopharmaka, aber ich sehe auch Grenzen. Und wieder einmal trifft es die Firma Lilly, die aus meiner Sicht die Grenzen des guten Geschmacks bei weitem zu Gunsten von wirtschaftlichen Interessen überschreitet.

Leidet ihr Hund unter Trennungsangst? Angeblich würden Marktuntersuchungen von Lilly belegen, das 10.7 Millionen oder bis zu 17 Prozent der Hunde in den USA unter Trennungsangst leiden würden. Lilly kommt auf die aus meiner Sicht völlig abartige Idee, einen Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer in hundgerechter Darreichung auf den Markt zu schmeissen. In der Ankündigung wird dann noch dargestellt, dass dies mit einer Verhaltenstherapie kombiniert werden sollte.

Ich glaub mein Schwein pfeifft. Mit einer derartigen Idee wird man vielleicht einen neuen Markt aufmachen, dafür aber die sicher begründete Therapie mit Psychopharma bei Menschen für Kritiker weiter erschweren.

Mit solchen Methoden wird doch einmal mehr deutlich, dass es der Firma mehr um den Profit als um den Verstand gehen kann. Es tut mir leid, aber irgendwo ist eine Grenze erreicht. Hier die Nachricht, die ich eigentlich für einen Aprilscherz halten müsste...

Eli Lilly And Company Introduces Reconcile(TM) For Separation Anxiety In Dogs

Isnin, 30 April 2007

Werbung macht Kinder dick

Es wird schon seine Gründe haben, warum die Werbeindustrie bevorzugt auch im Kinderprogramm Werbung für Süssigkeiten und "Lebensmitteln" für Kinder plaziert. Während wir zwischenzeitlich Werbung für Zigaretten im Kinder- und Jugendprogramm "bannen" (aber leider immer noch DSDS mit einem nervenden Sponsor für Alkohol) die Zielgruppe Jugendliche beeinflusst, wird selten an die Folgen von Werbung auf die Entwicklung von Übergewicht und Adipositas geachtet.

Dabei sind die Zusammenhänge vielfältig und ziemlich gut bekannt. Übergewichtige Kinder fallen u.a. dadurch auf, dass sie seltener Frühstücken (oder dies vor dem Fernseher machen), sich weniger bewegen und häufiger vor der Glotze sitzen.

Eine Untersuchung der Universität Liverpool zeigte jetzt, dass Kinder mit Übergewicht / Adipositas nach einem Werbespot doppelt so viel Essen zu sich nahmen, wie gesunde Kinder. Hierzu wurden 60 Kinder zwischen 9 und 11 Jahren ausgewählt, denen man entweder eine Werbung für Essen / Süssigkeiten oder Spielzeug zwischen Cartoons zeigte.

Die zusätzliche Nahrungsaufnahme war deutlich höher nach der Werbung für Lebensmittel, wobei eben Kinder mit vorbestehendem Übergewicht / Adipositas signifikant mehr zu sich nahmen (134% bei Adipositas, 101 bei Übergewicht gegenüber 84 % bei normalgewichtigen Kindern).

Wenn man den Kids verschiedene Lebensmittel mit unterschiedlichem Fettgehalt anbot wählten die Adipositas-Kinder überwiegend Angebote mit hohem Fettgehalt (wie z.B. Schokolade), während übergewichtige Kinder auch Angebote mit etwas geringerem Fettgehalt wie z.B. Bonbons wählten.

Eigentlich müsste man so konsequent sein und neben Alkohol- und Zigarettenwerbung auch Werbung für ungesunde Lebensmittel und Süssigkeiten aus dem Kinderprogramm zu verbannen. Die gesundheitlichen Folgen von Übergewicht und Adipositas im Kinder sind lange bekannt, aber vermutlich wird die Werbelobby eine entsprechende Beeinflussung mal wieder abstreiten.

Sabtu, 28 April 2007

Unsitte Neuroleptika : Wofür man Zyprexa nicht verwenden sollte

Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Ich halte Neuroleptika, insbesondere die inzwischen auch nicht mehr ganz so "neuen" atypischen Neuroleptika für sehr wirksame und sehr sinnvolle Medikamente. Wenn sie denn sinnvoll und wirksam angewendet werden (und hoffentlich auch noch von den Patienten regelmässig eingenommen werden). Die letzten Tage habe mir aber mal wieder Zweifel daran aufkommen lassen, wofür nun gerade Zyprexa (Olanzapin) eingesetzt wird. Ehrlich gesagt glaube ich, dass die Pharmavertreter von Lilly da doch Erfolge in einer ganz fürchterlichen Art und Weise für die Firma verbuchen können und immer mehr "off-label" Anwendungen erfolgen.

Die erste offenbare "off-label" Indikation ist die Magersucht. Da eine der fürchterlichsten Nebenwirkungen von Olanzapin eine Störung des Appetitempfindens mit Appetitsteigerung und Gewichtszunahme (aber auch Blutzuckerstörungen) ist, wird offenbar von einigen Ärzten in den Kliniken Zyprexa als eine Art chemische Zwangskeule gegen die Magersucht verordnet. Soll die Patientin doch endlich mal zunehmen, wenn es schon mit gut zureden nicht funktioniert. So wird das aber nichts. Man verscherzt sich damit nicht nur das Vertrauen der Patientin sondern handelt sich auch noch weitere Nebenwirkungen ein. Warum eine Anorexie-Patientin zu uns mit 30 mg Zyprexa aus einer grossen Psychiatrie-Klinik verlegt wird (o.K. Komorbidität emotional-instabile Persönlichkeit) verstehe ich jedenfalls nicht. Und geht auch aus dem Brief nicht hervor, der mitgeschickt wird.

Ähnliche Problematik aus Österreich : Ein junger Mann mit ADHS. Hatte früher Amphetaminsaft, jetzt Concerta. Und ist in eine depressive Krise geraten. Klagte über Unruhe und Anspannung. Wofür er Zyprexa erhält. Eigentlich keine schlechte Idee könnte man meinen, da tatsächlich bei einigen ADHS-Patienten die Reizüberflutung dadurch besser wird. Nur : Methylphenidat wirkt halt als Dopamin-Wiederaufnahme-Hemmer (an den Dopamin-Transportern), währen die Neuroleptika die Dopamin-Rezeptoren an der postsynaptischen Zelle) blockieren und damit gerade einen vermeintlichen Dopamin-Überschuss bei einer Psychose auffangen sollen. Wenn ich Methylphenidat und Olanzapin kombiniere, lege ich das Dopaminsystem ordentlich lahm. Was noch mehr Unruhe macht. Wogegen noch mehr Olanzapin verordnet wurde. Zuletzt 10 mg morgens, 20 abends und dann nochmal 10 mg bei Bedarf. Jetzt lief der Mann als Zombie rum und war suizidal. Wäre ich auch....

Nochmal : Es kann gute Gründe geben Zyprexa auch bei atypischen Krankheitsverläufen ausserhalb einer Schizophrenie zu geben. Aber dann sollte man sehr gute Gründe dafür haben, wenn man es einsetzt....

Khamis, 26 April 2007

Asthma und Depressionen oder ADHS

Kinder mit Asthma bronchiale sollen vermehrt unter psychischen Begleitstörungen wie Depressionen, Ängste, Lernstörungen sowie dem Hyperkinetischem Syndrom leiden. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Analyse amerikanischer Daten aus dem Jahr 2003 bei 102000 Kindern mit asthmatischen Beschwerden.Current Topics in ADD and ADHD - Depression, ADHD Common in Asthmatic Kids: Study

Schon in einer früheren Studie fiel auf, dass Kinder mit ADHS eine mindestens genauso hohe Beeinträchtigung der Lebensqualität haben wie Kinder mit Asthma. Vermutlich wird aber immer noch diese chronische Störung eher als Versagen der Eltern oder mangelnder Willen und weniger als Beeinträchtigung oder gar Behinderung angesehen.

Jedes 10. Kind mit Asthma wies nach der Studie zusätzliche Verhaltens- oder Lernstörungen auf, die unabhängig von der Asthmaproblematik zu Fehltagen bzw. psychischen Belastungen führte.
Aus meiner Sicht interessant ist meine völlig subjektive Beobachtung, dass bei einigen Asthmatikern eine dysfunktionale Selbstmedikation mit Asthmamitteln möglicherweise eher den stimulierenden Effekt auf das Gehirn als eine Erweiterung der Bronchien ermöglichte. Die üblichen Medikamente bei Asthma sind eben auch bei ADHS-Symptomen durchaus wirksam (z.b. Beta-Sympathomimetika). Umso interessanter wäre eine genauere Untersuchung dieser Zusammenhänge.

Ständige Müdigkeit und der Arzt

Eine Arbeitswoche mit mehr als 80 Stunden oder 7-14 Tage arbeiten ohne einen Tag frei. Würden Sie sich nicht gefallen lassen ? Ärzte schon. Natürlich nur in Australien. Hier dürfte man es ja nich zgeben, dass man am Wochenende Samstag und Sonntag durcharbeitet und dann erst am Montag um 17 Uhr nach Hause kommt. Würde man natürlich nie zugeben. Die Auswirkungen sind ständige Müdigkeit....

In Australien herrschen andere Sitten.
Demensprechend hat man dort ein Risiko Tool zur Ermittlung der Müdigkeit bei Ärzten auf die Internetseite des Ärzteverbandes gestellt.

Überlange Dienste von 39 und mehr Stunden sind auch dort leider noch nicht abgeschafft. In Deutschland zwar mehr oder weniger angeblich schon, doch wird das Arbeitszeitgesetz für Ärzte insofern mit Füssen getreten, dass die angebotenen Dienstregelungen in kleineren Häusern dazu führen, dass man kaum noch mal ein Wochenende frei und für die Familie hat. Zudem sind die Löhne bei jungen Ärzten so niedrig, dass sie auf die Bereitsschaftsdienste schlicht angewiesen sind. Also werden sie still und heimlich illegalen Regelungen zustimmen, die eben auch bei uns 80 und mehr Stunden in einer Klinik nicht zur Ausnahmen werden lassen. Das Problem ist ja auch, dass eben die höheren Ebenen eines Krankenhauses sich gut zu Hause ausschlafen können. Und die Verantwortung und gesundheitlichen Auswirkungen eben weitergereicht werden nach dem Motto : Ist ja nicht mein Problem, wenn die jungen Ärzte sich so ausbeuten lassen.

Das ein Arzt dann nicht nur seine Gesundheit ruiniert, sondern in der Konzentrations- und Entscheidungsfindung ähnlich wie ein Besoffener reagiert ist eigentlich bekannt.

Rabu, 25 April 2007

Wie alt wirst du?

Ich liebe Google-Werbung. Ich darf nur nicht draufklicken, da ich selber welche schalten lasse. Man wird leider auch nicht reich davon. Noch nicht mal ansatzweise. Aber ich finde die Werbung durchaus auch mal amüsant. Leider habe ich keinen Einfluss darauf, welche Werbung auf meinen Seiten erscheint. Ich sehe ja wahrscheinlich noch nicht mal, welche eigentlich kommt. Auf unseren Seiten von Web4health haben sich die amerikanischen Googler gerade darüber beschwert, dass wir "adult content" hätten. Vermutlich, weil wir das Schlagwort "Sex" in unseren Seiten zu Partnerschaft und Sexualität haben. (An die Google-Leute in Deutschland, dies ist ein Test, ob ihr auch hier den Adult-Content erkennt). Ist nach den Google-Werberichtlinien angeblich nicht erlaubt, da es pornographisch sein könnte. Nun gut. Lassen wir da die Werbung weg, wenn es wirklich stört. Obwohl Google selber fleissig da Anzeigentexte parat hat, die durchaus passen und unsere Texte keinesfalls nicht jugendfrei wären. Aber zurück zur Lektüre der Werbeanzeigen selber...

Da habe ich doch eine Anzeige finden können, die mein voraussichtliches Lebensalter berechnen lässt. Ich weiss nicht, wofür das gut sein sollte (wenn meine Frau oder meine Kinder das interessieren sollte, müssten die das machen). Aber gut, ich bin ja neugierig. Nicht auf das Ergebnis, sondern....
Also mal eben copy und paste und ausprobiert, wie alt ich denn werde. Nein, den Lebenstest habe ich nicht gemacht. Ich habe verzweifelt gesucht, wo ich den den Grund dafür finde, dass ein Wohltäter auf Gesundheitsseiten eine Google-Anzeige schaltet. Und siehe da, für 59 Euro wäre ich schon dabei gewesen.

Sicher umsonst gewesen, aber nicht gratis...

Medizin und Selbstheilung

Die Latenten Talente haben einen wunderbaren Spruch aus der Webseite der Süddeutschen Zeitung in den Blog genommen
Medizin ist die Kunst,
den Patienten die Zeit zu vertreiben,
während der Körper mit der Selbstheilung beschäftigt ist.


Wohl wahr. Wobei besonders Krankenschwestern hier vermutlich als wahre (Lebens-)künstler zu würdigen wären. In meinen Anfangsjahren habe ich als Student häufig als Nachtwache bzw. im Pflegedienst gejobbt und habe dabei natürlich gelernt und wertgeschätzt, dass Krankenschwestern weit mehr als Zeitvertreib für die Patienten leisten. Sie verhindern vor allem, dass die Ärzte zu grossen Schaden an den Patienten anrichten können...

Unter diesem Blickwinkel muss man kritisch anmerken, dass Heilpraktiker vielleicht die bessere Show in Sachen Suggestion von Selbstheilung anbieten (und sich gut bezahlen lassen), seltener aber eben irgendeiner Kunstkontrolle unterworfen sind. Sie haben definitiv das cleverere Geschäftsmodell. In aller Regel geht man ja zu einem Therapeuten, wenn die Not am grössten ist. Wenn man teuer bezahlt, muss es gut sein. Wenn dann die Zeit ins Land verstreicht, bessern sich die meisten Zimperlein und Befindlichkeitsstörungen (mit was Ernstem geht man eh zum Arzt seines Vertrauens). Hilft nun der Heilpraktiker war es sein oder ihr Erfolg. Wenn nicht, wird zum nächsten Mittelchen oder dem nächsten Verfahren geraten.Interessant sind dabei die Titel der Kunstwerke. "Orthomolekular", "esogetisch" oder ähnliche "Titel" rechtfertigen an sich schon den Besuch diese Happenings. ..Heilpraktiker sind also eher freischaffende Künstler, während sich Ärzte ja gerne in irgendwelchen Kammern organisieren. Von Künstlern mag es gute und weniger gute geben. Wobei ich sowohl bei den Ärzten wie auch den Selbstheilungskünstlern eben so ungern an einen schlechten geraten würde. Wenn mir ein Kunstwerk nicht gefällt, gehe ich in einer Ausstellung weiter. Neulich habe ich in irgendeinem blog (den ich leider natürlich nicht wiederfinde) gelesen, wie eine Journalistin da verschiedene Quacksalber in diesem Bereich aufgesucht und die "Diagnosen" verglichen hat. Mit 600 bis 700 Euro war sie dabei. Und war danach kränker als jemals zuvor. Gottlob war sie kerngesund und es war halt nur eine (journalistischer) Kunstübung. Bleiben Sie also besser gesund und halten sich von Ärzten und selbsternannten Heilern fern.

Arztversorgung aus dem Discounter?

Ehrlich gesagt : Als Arzt denkt man schon manchmal, dass man Gesundheitsleistungen zum Discount-Preis oder Gratisbeigabe abgibt. Ich mag nicht klagen, da ich als angestellter Arzt in einer Klinik arbeite und somit nicht dem unmittelbaren Existenzdruck einiger Kollegen ausgeliefert bin. Aber aufhorchen lässt diese Meldung aus den USA dann doch : Wal-Mart möchte in seinen Supermärkten eine ambulante Klinik anbieten und dort zum Discount-Preis Gesundheitsleistungen anbieten. Nun sind die Arbeitsbedingungen der Wal-Mart Mitarbeiterinnen vermutlich ähnlich schlecht wie die zahlreicher Ärzte in Deutschland. Ob sich aber trotz des Rückzugs von Wal-Mart aus dem deutschen Markt eine solche Idee auch irgendwann in Deutschland durchsetzt und wir eine Blinddarm-Operation ambulant mal eben auf dem Weg zwischen dem Einkauf von Wurst und Babywindeln erledigen bleibt abzuwarten. Alternativ könnten ja vielleicht dann auch deutsche Ärzte zukünftig in den USA bei Wal-Mart Gesundheitsdienstleistungen zum Fast-Gratis-Angebot anbieten...

Computerspiele in der Therapie

Keine Frage, Computerspiele können zur Sucht werden. Und auch keine Frage : Vieles ist Nepp und mehr oder weniger Geschäftemacherei, was kommerziell angeboten wird. Dennoch ist es eine interessante Idee, doch auch mal das Internet bzw. Computerspiele mehr oder weniger therapeutisch zu nutzen. Echte Computerfreaks werden allerdings nur ein müdes Lächeln für das simple Spiel zur Verbesserung des Selbstwertgefühls haben, bei dem man schlicht ein lächelndes Gesicht aus von 15 mehr oder weniger traurigen oder neutralen Gesichtsausdrücken unterscheiden soll. Nach einer Untersuchung verbessert aber dieses Wahrnehmungstraining tatsächlich die Stimmung bzw. lenkt die Aufmerksamkeit bei Erkrankungen wie Depressionen oder ADHS sicher tatsächlich auf eher positive Aktivitäten. Natürlich kann man davon keine Wunder erwarten, aber in der klinischen Anwendung haben meine Patienten überraschend positive Rückmeldungen gegeben und zumindest ein "AHA-Erlebnis" gehabt.

Laborwerte verständlich erklären

Wenn mal wieder eine Blutuntersuchung beim Arzt ansteht oder Ergebnisse einer Laboruntersuchung präsentiert werden, stehen viele Patienten dumm da. Die in aller Regel zunächst unverständlichen Abkürzungen der Labordiagnostik sagen den Laien (und auch nicht immer allen Ärzten) wirklich etwas. Abhilfe kann vielleicht eine Seite zur Labordiagnostik geben, die relativ verständlich die Indikationen und Auswertung üblicher Laborwerte bei Gesundheitsproblemen erklärt. Ich habe mir dies beispielhaft bei Schilddrüsenerkrankungen wie Hypothyreose angeschaut und fand die Erklärungen zum sog. TSH-Test ganz gut. Auch wenn es selbst unter Experten Streit darüber gibt, wann nun ein solcher Befund als pathologisch oder normal einzuschätzen ist.

Wichtig erscheint mir, dass man nie Laborwerte therapiert, sondern Menschen. Ein "auffälliger" Laborwert allein sagt noch nichst über eine Krankheit oder
Gesundheit aus, sondern zunächst nur über eine statistische Abweichung von der Norm. Erst in der Kombination mit klinischen Beschwerden bzw. der Schilderung durch den Patienten und die klinische Untersuchung wird daraus ein Gesamtbild, dass eine Zuordnung zu einer Krankheit durch den Arzt ermöglicht. Dafür allerdings ist die Seite nicht nur für Laien eine nützliche Hilfe

Sabtu, 21 April 2007

Kind mit Asthma

Im Rahmen einer Studie zur Ermittlung von Gesundheitsrisiken bei Kindern veröffentlichten Experten 10 Fragen und Antworten zu Asthma bei Kindern.

In der KIGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts sollen sowohl körperliche wie auch psychische bzw. psycho-soziale Aspekte der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ermittelt werden. Ein ambitioniertes Projekt, dass sowohl zur Häufigkeit von Erkrankungen wie auch Ressourcen und Defiziten in der individuellen Betreuung von Kindern und ihrer Familien ergeben könnte.

ADHS - Therapienachfrage grösser als Angebot

Viele Eltern von Kindern mit ADHS (bzw. Hyperkinetischem Syndrom) sind noch auf der Suche nach einer sog. multimodalen Therapie des HKS, finden aber keine adäquate Verhaltenstherapie im Kindes- und Jugendalter. In einem Artikel der Ärztezeitung diskutieren Dr. Skrodzki und Prof. Döpfner diese Problematik recht prägnant. Während die Medikation mit Stimulantien wie Methylphenidat eine Erfolgsquote von 70-80 Prozent aufweisen kann, ist dies bei (alleiniger) Psychotherapie weit seltener der Fall. Und Psychotherapie ist nicht gleich Psychotherapie. Eine analytische Spieltherapie kann mit gutem Recht als völlig unwirksam bei Kindern mit ADHS bezeichnet werden. Leider sind aber in vielen Regionen nur 1 oder 2 Verhaltenstherapeuten überhaupt für Kinder zugelassen und damit rasch mit 30-35 Betroffenen ausgelastet. Familientherapeutische bzw. systemische Therapien sind häufig auch noch nicht immer auf die neuen neurobiologischen Erkenntnisse der ADHS-Problematik wirklich ausgerichtet.

Im Erwachsenenalter finden sich noch praktisch überhaupt keine Therapeuten, die eine entsprechende Psychotherapie anbieten könnten. Dies wäre aber gerade deshalb so wichtig, weil eben häufig auch die Eltern-Kind-Interaktion durch die Selbst-Betroffenheit der ADHS-Eltern geprägt ist.

Hier bleibt für die Zukunft noch viel in der Versorgung von Betroffenen ADHSlern zu tun.