Khamis, 19 April 2007

Dicke Kinder leben gefährlich

Übergewicht bei Kindern ist ein Risikofaktor für zahlreiche Folgeerkrankungen der Adipositas. Das ist eigentlich allgemein bekannt. Etwa 8,5 Prozent aller Kinder und Jugendlichen gelten demnach als adipös und weisen bereits im Jugendlichenalter Folgeveränderungen an den Gefäßen auf, die sonst nur für Erwachsene Menschen mit Adipositas beschrieben werden. Zu diesem erschreckendem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die die Gefäßdicke von 14 jährigen adipösen Teenagern untersuchte. Die dort festgestellten Veränderungen gehen einher mit leichter messbaren Veränderungen anderer Risikoparameter (wie z.B. Blutfette und Blutzucker). Einmal mehr wird deutlich, dass man frühzeitig und möglichst präventiv etwas gegen Adipositas bei Kindern tun sollte und vernünftige Ernährung und mehr Bewegung gar nicht früh genug anfangen kann.

Rabu, 18 April 2007

Anpassungsstörung

Kaum eine psychiatrische Diagnose ist so schwammig oder unspezifisch vergeben wie die häufig als eine Art Restekategorie verwendete Diagnose "Anpassungsstörung". Auch wenn Statistiken davon ausgehen, dass ca 0,6 Prozent Frauen und 0,3 Prozent Männer von Symptome dieser Störung in klinisch relevantem Umfang betroffen sind, gilt doch

Anpassungsstörung : Wenig beachtet und kaum untersucht". In der Übersicht in der Psychotherapieausgabe des Ärzteblattes werden zumindest die wenigen Erkenntnisse zu dieser Problematik gut zusammengefasst.

Üblicherweise wird eine Anpassungsstörung dann diagnostiziert, wenn schwerwiegende psychische Krisen oder Belastungsfaktoren (wie z.B. Erkrankungen im Familienkreis, Arbeitsplatzverlust, Unfälle) auftreten und innerhalb von 6 Monaten nach dem Ereignis Beschwerden wie depressive Niedergeschlagenheit, Antriebsminderung, Ängste oder auch unspezifische körperliche Beschwerden auftreten. Die Abgrenzung z.B. zu Depressionen ist schwierig. Sowohl hinsichtlich der "Depressiven Episode" oder Major Depression, wie auch einer (länger und chronischer verlaufenden) Dysthymen Störung. Gegenüber der Posttraumatischen Belastungsstörung liegt der Unterschied insbesondere darin, dass die Auslöser weniger katastrophal sind und andere Beschwerden (z.B. flash-backs und dissoziative Symptome) auftreten.

Ob man nun die Diagnose Anpassungsstörung überhaupt "braucht", sei dahin gestellt.

Medikamente nicht an Familienmitglieder abgeben

Es gibt Nachrichten, da staunt man im ersten Moment als Arzt. Unter HON - News : Health Tip: Never Share Prescription Medications fand ich die kurze englischsprachige Empfehlung amerikanischer Hausärzte, dass man verschriebene Medikamente nicht an Familienangehörige weitergeben sollte. Selbst beim Vorliegen ähnlicher Beschwerden (z.B. Bluthochdruck oder Diabetes) erfordert es doch etwas mehr als ein Rezept vom Arzt zu holen und in der Apotheke einzulösen, um eine Behandlung durchzuführen.

Neben ganz individuellen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Ursache von Symptomen spielen natürlich auch individuelle Risikofaktoren und Begleiterkrankungen eine Rolle.

Angesichts der Tatsache, dass aber immer mehr Menschen zu frei verkäuflichen Medikamenten (oder Nahrungsergänzungsmitteln) greifen bzw. eben die Praxisgebühr sparen wollen und zudem vermutlich immer noch etliche Schachteln von verschreibungspflichtigen Medikamenten in den Schubladen der Bundesrepublik lagern, eine bedenkliche Entwicklung.

Nicht umsonst spielen Todesfälle durch unsachgemässe Einnahme von Pharmazeutika immer noch eine grosse Rolle. Gerade dann, wenn ältere Menschen viele verschiedene Medikamente einnehmen müssen und der Überblick über mögliche Wechselwirkungen und Auswirkungen verloren geht...

Selasa, 17 April 2007

Qualität von Informationen zur Gesundheit im Internet

Immer mehr Menschen suchen vor oder nach einem Arztbesuch nach Informationen zu Krankheiten oder ihren individuellen Beschwerden im körperlichen wie psychischen Bereich im Internet. Meist zunächst über Suchmaschinen wie Google, dann vielleicht gezielter in Gesundheitsportalen. Dabei ist die Auswahl der dort verfügbaren Informationen leider nicht selten von den Auftragsgebern und damit Finanzquellen abhängig (z.B. im Bereich erektiler Dysfunktion, bestimmter Asthmabehandlung etc) und weniger auf Grundlage der allgemeinen Informationsbedürftigkeit oder Häufigkeit von Erkrankungen. Erst in jüngerer Zeit haben dagegen Fachgesellschaften wie z.B. die Psychiater und Neurologen, Kinderärzte, Frauenärzte oder Internisten sich mit fachlich hochstehenden Informationen an die Allgemeinheit gewandt. Einzelne Ärzte sind mit ihren Fachinformationen ebenfalls zunehmend aktiv, dagegen sind Blogs als Medium im Bereich Gesundheitsinformation noch relativ unentdeckt.

Wie findet und bewertet man die Qualität von Informationsangebote zur Gesundheit im Medium Internet aus dem Bereich Medizin bzw. Gesundheitsfragen möglichst objektiv? Diese Frage ist sowohl für Patienten wie auch ihre Ärzte zunehmend schwieriger zu beantworten.

Natürlich sind dazu sehr unterschiedliche Aspekte zu berücksichtigen. Sowohl international wie auch im deutschen Rahmen wurden dazu "Normen" entwickelt, die aber für sich genommen noch kein Garant für unabhängige und korrekte Fachinformationen darstellen.

Vermutlich die höchste Akzeptanz unter Webseitenbetreibern im medizinischen Bereich haben die HON-Kriterien . Dagegen sind nationale Versuche (z.B. AFGIS) oder ehemalige Projekte wie Medcircle mehr oder weniger Totgeburten geblieben. Der Bereich Patienteninformation zu Gesundheit ist aber eben nicht allein von den im Link genannten Kriterien festzumachen. Die Patienten (bzw. ihre Ärzte) müssen diese Informationen im Dschungel von Webseiten bzw. kommerziellen Portalen und Anbietern mehr oder weniger fragwürdiger Produkte und Dienstleistungen (z.B. Nahrungsergänzungsmitteln) auch finden und als seriös einordnen können. Medienkompetenz im Bereich Gesundheitsinformationen ist da nicht so einfach zu erwerben.

Isnin, 16 April 2007

Joghurt schützt gegen Schnupfen

Auch wenn jetzt (hoffentlich) die Schupfen- und Hustenzeit durch grippale Infekte zunächst vorbei ist, mag diese Nachricht zu Gesundheit Joghurt und Schnupfen ganz interessant sein. In einer Untersuchung wurde bei 33 Frauen die Wirkung von je 100 g Joghurt getestet. Dabei interessierte u.a. ob denn nun der teure probiotische Wunderjoghurt soviel besser als ganz normaler Vollmilchjoghurt ist (wenn man ihn ißt).

Die Untersuchung ergab, dass tatsächlich die Infektabwehr verbessert wird - allerdings völlig unabhängig von der Sorte...

Ahad, 15 April 2007

Adipositas Gene bestimmen Risiko für Übergewicht und Diabetes

Forscher als England haben einen der stärksten Hinweise darauf gefunden, dass Adipositas stark durch genetisch = vererbbare Einflüsse geprägt ist. ScienceDaily: Obesity Risk: New Research Shows Clearest Genetic Link Yet
Hierzu wurden über 2000 Patienten mit einem Diabetes Typ 2 und 3000 Kontrollpersonen sowie weitere 37000 Proben eingeschlossen. Sie konnten dabei einen statistischen Zusammenhang zwischen dem Body-Mass-Index (BMI) und Genen mit der Bezeichnung FTO. Wenn dieses Genallel einmal vorhanden war, war das Risiko für Adipositas / Übergewicht um 30 Prozent erhöht. Waren beide Allele FTO-positiv war das Risiko bei 70 Prozent.

Allerdings ist nun damit nicht behauptet, dass allein genetische Faktoren das Risiko für Adipositas prägen. Vielmehr stellt diese eine Veranlagung dar, die möglicherweise im Zusammenwirken mit Ernährungs- und Bewegungsverhalten das individuelle Risiko für Adipositas und damit letztlich auch Diabetes prägt. Man schätzt, dass in Europa letztlich jeder 6. Einwohner beide Allele des FTO trägt und damit ein erhöhtes Adipositas-Risiko hat.

Depression so gefährlich wie Rauchen?

Sind Herzkrankheiten: Depressionen genauso gefaehrlich wie Zigarettenrauchen ? Zu dieser Auffasung kommt jedenfalls eine Studie, die die Auswirkungen einer Depression als Risikofaktor für Herzerkrankungen wie z.B. Herzinfarkt untersucht. Dr. Lederbogen aus Mannheim stellt dabei fest, dass nicht nur bekannte Risiken wie Rauchen, Übergewicht (Adipositas) und Mangel an Bewegung eine Rolle spielen, sondern dass eine Depression ein unabhängiger Risikofaktor für die Entwicklung von Herzerkrankungen darstellt.

Zusätzlich wird durch die depressive Erkrankung das Gesundheitsverhalten negativ verändert. Die Betroffenen meiden eher Sport und eine regelmässige Medikamenteneinnahme, auch die Ernährung und soziale Verstärker (Kontakt mit anderen Menschen) werden weniger.

Zudem scheinen stressregulierende Systeme u.a. mit Veränderungne der Blutgerinnung eine Rolle zu spielen.