Bullying und Stalking sind Begriffe, die heute auch im Schulalter eine Rolle spielen. Als Arzt und Psychotherapeut in einem Zentrum für Essstörungen fallen dabei häufig hochsensible Mädchen auf, die schon sehr früh Hänseleien bzw. auch verbaler bis körperlicher Gewalt und Überschreiten von persönlichen Grenzen ausgesetzt waren. Das mag leider (!) mehr oder weniger fast generell der Fall sein und doch unterscheiden sich die Betroffenen dann in der Verarbeitung der Erlebnisse.
Eine ganz grosse Rolle spielt dabei einerseits die (subjektiv) erlebte Unterstützung durch Eltern bzw. wichtige Bezugspersonen und insgesamt die Einbindung in einen Freundeskreis bzw. die Reaktionen der Peer-Group. Das wird in der englischsprachigen Literatur "Connectedness" bezeichnet. Also eine Art Zugehörigkeit zu einer Gruppe von Gleichgesinnten.
Eine aktuelle canadische Studie beschäftigt sich auch mit diesem Thema und beschreibt die Auswirkungen auf die spätere Entwicklung von depressiven Störungen, niedrigem Selbstwertgefühl und Angststörungen. Aber natürlich sind eben auch Essstörungen typisch.
Journal of Happiness Studies, Online First™ - SpringerLink
Khamis, 11 Oktober 2012
Selasa, 9 Oktober 2012
Dr House : Richtige Anwendung von Asthma-Spray
Ab heute wird sich bei uns in der Familie einiges auch um das Thema Asthma drehen müssen. Die richtige Anwendung von Asthma-Sprays will gelernt sein und auch sonst muss man sich wohl oder übel mit einer guten Patientenschulung beschäftigen. Da passt ein (englischsprachiger) Video-Clip von Dr. House zu einer seiner Ambulanz-Patientin doch sehr schön. Schliesslich sei sie ja kein Vollidiot....
Aber so ganz hat die Patientin noch nicht verstanden, wie man Asthma-Medikamente richtig anwendet !
Zum Filmclip hier
Aber so ganz hat die Patientin noch nicht verstanden, wie man Asthma-Medikamente richtig anwendet !
Zum Filmclip hier
Isnin, 8 Oktober 2012
Antidepressiva bei Patienten mit Depressionen und Demenz
Der Einsatz von Medikamenten in der Gerotopsychiatrie, also bei älteren Menschen mit Demenzerkrankungen bzw. Depressionen oder Angststörungen, stellt für die Hausärzte bzw. Psychiater eine besondere Herausforderung dar.
Ältere Menschen müssen in aller Regel noch eine ganze Menge weiterer Medikamente nehmen, zudem ist die Verstoffwechselung der Medikation anders als bei den "Normpatienten", bei denen im Testlabor bzw. den Zulassungsstudien die Medikation ausprobiert wurde.
Zudem muss man berücksichtigen, dass die Medikamente selber wiederum Nebenwirkungen haben können, die den zu erwartenden Nutzen bei der Depression oder Demenz in Frage stellen bzw. relativieren.
Relativ häufig versucht man als Arzt sog. Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) wie Paroxetin oder Sertralin bei älteren Menschen einzusetzen. Hauptsächlich weil die Verträglichkeit relativ gut ist und die Wirksamkeit gut ist
Mirtazapin (Remergil®) ist ein weiteres, relativ gerne eingesetztes Antidepressivum, das gerade wegen einer eigentlich als Nebenwirkung anzusehenden verstärkten Müdigkeit bzw. schlafanstossenden Wirkung gerne verwendet wird.
Nun wurde aber bei einer neuen Studie festgestellt, dass diese beiden Antidepressiva in der Wirkung bei gerontopsychiatrischen Patienten und Patientinnen mit Depression und Demenz eben gerade keinen Nutzen hatten, d.h. gegenüber einer Scheinbehandlung mit Placebo keinen Nutzen sondern nur Nebenwirkungen erbrachte. Mehr zur Studie
Ältere Menschen müssen in aller Regel noch eine ganze Menge weiterer Medikamente nehmen, zudem ist die Verstoffwechselung der Medikation anders als bei den "Normpatienten", bei denen im Testlabor bzw. den Zulassungsstudien die Medikation ausprobiert wurde.
Zudem muss man berücksichtigen, dass die Medikamente selber wiederum Nebenwirkungen haben können, die den zu erwartenden Nutzen bei der Depression oder Demenz in Frage stellen bzw. relativieren.
Relativ häufig versucht man als Arzt sog. Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) wie Paroxetin oder Sertralin bei älteren Menschen einzusetzen. Hauptsächlich weil die Verträglichkeit relativ gut ist und die Wirksamkeit gut ist
Mirtazapin (Remergil®) ist ein weiteres, relativ gerne eingesetztes Antidepressivum, das gerade wegen einer eigentlich als Nebenwirkung anzusehenden verstärkten Müdigkeit bzw. schlafanstossenden Wirkung gerne verwendet wird.
Nun wurde aber bei einer neuen Studie festgestellt, dass diese beiden Antidepressiva in der Wirkung bei gerontopsychiatrischen Patienten und Patientinnen mit Depression und Demenz eben gerade keinen Nutzen hatten, d.h. gegenüber einer Scheinbehandlung mit Placebo keinen Nutzen sondern nur Nebenwirkungen erbrachte. Mehr zur Studie
Vorzeitiger Samenerguss Hilfe
Sexuelle Störungen sind sicher kein Thema, das man nun ganz offen mit seinen Freunden oder Familienangehörigen besprechen möchte. Auch wenn die Schamschwelle beim Hausarzt natürlich niedriger liegen sollte und der eigentlich zuständige "Männerarzt" als Urologe damit seinen Lebensunterhalt verdient, so suchen doch die meisten Männer zunächst allein nach Informationen zum Thema Vorzeitiger Samenerguss
Eine ganz gute Anlaufstelle ist dabei eine Virtuelle Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion, die auch sehr gute Infos zu Sexualproblemen haben.
Eine ganz gute Anlaufstelle ist dabei eine Virtuelle Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion, die auch sehr gute Infos zu Sexualproblemen haben.
Ahad, 7 Oktober 2012
Rückfallprophylaxe bei Depressionen
In der Behandlung von depressiven Episoden spielt eigentlich die Rückfallprophylaxe fast eine grössere Rolle als die eigentliche Behandlung der depressiven Symptomatik. Auch wenn heute die Rolle der biologischen Veranlagung ("endogene Depression") vielleicht eine etwas geringere Bedeutung hat, so sind doch familiäre Disposition für wiederkehrende depressive Episoden ebenso wie beispielsweise zirkadiane Faktoren einschliesslich jahreszeitlicher Schwankungen der saisonalen Depression relevant.
Eine canadische Studie schaute jetzt, welche Faktoren daneben für die Langzeitprognose bei Depressionen eine Rolle spielen.
Nebenbei interessant fand ich, dass Einwanderer in Canada dabei eine bessere Prognose hatten, dies also ein schützender (protektiver Faktor) war. Zu den Problemen beitrugen aber :
- tägliches Rauchen !
- vorhergehende depressive Episoden
- geringe Selbstwirksamkeit
Unter der geringen Selbstwirksamkeit (engl hier als "mastery") versteht man die Einstellung oder Überzeugung, dass die eigenen Lebensumstände nicht durch eigenes aktives Handeln bzw. vorausschauend (proaktiv) veränderbar ist. Das geht dabei über die typischen Gedankenverzerrungen der negativen Gedanken bei Depressionen bzw. "Denkfehler" hinaus.
Für die Therapie muss es daher zukünftig auch stärker darum gehen, diese Selbstwirksamkeit anhand erreichbarer Erfolge im Alltag spürbar und dann verallgemeinbar zu machen. Neben der abstrakten Veränderung von Gedanken (kognitive Therapie) spielt hier häufig im Kliniksetting die Ergotherapie bzw. überhaupt kreative Therapieangebote und auch Sport eine grosse Rolle. Eine Herausforderung, die man zuvor noch nicht schaffte zu bewältigen, wäre da im Bereich Sport und Bewegung eine gute Therapie.
Eine canadische Studie schaute jetzt, welche Faktoren daneben für die Langzeitprognose bei Depressionen eine Rolle spielen.
Nebenbei interessant fand ich, dass Einwanderer in Canada dabei eine bessere Prognose hatten, dies also ein schützender (protektiver Faktor) war. Zu den Problemen beitrugen aber :
- tägliches Rauchen !
- vorhergehende depressive Episoden
- geringe Selbstwirksamkeit
Unter der geringen Selbstwirksamkeit (engl hier als "mastery") versteht man die Einstellung oder Überzeugung, dass die eigenen Lebensumstände nicht durch eigenes aktives Handeln bzw. vorausschauend (proaktiv) veränderbar ist. Das geht dabei über die typischen Gedankenverzerrungen der negativen Gedanken bei Depressionen bzw. "Denkfehler" hinaus.
Für die Therapie muss es daher zukünftig auch stärker darum gehen, diese Selbstwirksamkeit anhand erreichbarer Erfolge im Alltag spürbar und dann verallgemeinbar zu machen. Neben der abstrakten Veränderung von Gedanken (kognitive Therapie) spielt hier häufig im Kliniksetting die Ergotherapie bzw. überhaupt kreative Therapieangebote und auch Sport eine grosse Rolle. Eine Herausforderung, die man zuvor noch nicht schaffte zu bewältigen, wäre da im Bereich Sport und Bewegung eine gute Therapie.
Botox bei Migraene
Patientinnen und Patienten mit chronischen Kopfschmerzen vom Migräne-Typ setzen grosse Hoffnungen auf eine neue Behandlungsoption chronischer Kopfschmerzen. Die Gabe von Spritzen mit Botox (Botulinustoxin A) ist seit September 2011 zugelassen. Aber offenbar profitieren eher Patientinnen, die unter chronischen Migränebeschwerden an mehr als 15 Tage im Monat leiden. Weniger aber die episodischen Migräne-Probleme in Form der Attacken. Mehr
Alkoholiker bekommen früher Schlaganfall
Wer als Arzt oder Krankenschwester in einer psychiatrischen, neurologischen oder internistischen Abteilung gearbeitet hat, wird es vermutlich bestätigen können : Alkoholkranke Patienten erleiden auffällig häufig und leider auch viel früher als "normal" einen Schlaganfall.
Auch wenn sich das mehr oder weniger richtige Gerücht hält, dass Rotwein nun einen Schutz vor Herzerkrankungen bzw. Gefässerkrankungen eines ischämischen Insults bieten soll, so gilt das ganz sicher nicht bei der Alkoholkrankheit. Eine aktuelle Studie zeigte vielmehr, dass bei einem Alkoholiker im Schnitt 14 Jahre früher als bei Männern gleichen Risikoprofils ohne Alkoholkrankheit eine Hirnblutung als Ursache eines Schlaganfalls auftritt.So hatten Männer, die durchschnittlich 3 alkoholische Getränke täglich (oder mehr) zu sich nehmen ein deutlich erhöhtes Schlaganfallrisiko und waren bereits früh, also mit 60 Jahren, vom Schlaganfall betroffen.
Die entsprechenden Folgen mit einer Halbseitenlähmung, Sprachstörungen etc sind hier häufig weit dramatischer als bei den vielleicht noch etwas günstiger zu beeinflussenden "Schlägen" bei einer Durchblutungsstörung. Demensprechend war für diese Hochrisikogruppe mit Alkoholkrankheit auch das Risiko innerhalb von 2 Jahren zu versterben.
Natürlich adddieren sich hier verschiedene Gesundheitsrisiken, die Alkoholkranke aufweisen. Dazu gehört dann das Leberversagen durch eine Leberzirrhose, Stürze mit entsprechenden Risiken, Krampfanfälle, Magen- und Speiseröhrenkrebs (aber auch andere bösartige Krebsarten im HNO-Bereich), Bauchspeicheldrüsenkrebs und Prostata-Karzinome...
Auch wenn sich das mehr oder weniger richtige Gerücht hält, dass Rotwein nun einen Schutz vor Herzerkrankungen bzw. Gefässerkrankungen eines ischämischen Insults bieten soll, so gilt das ganz sicher nicht bei der Alkoholkrankheit. Eine aktuelle Studie zeigte vielmehr, dass bei einem Alkoholiker im Schnitt 14 Jahre früher als bei Männern gleichen Risikoprofils ohne Alkoholkrankheit eine Hirnblutung als Ursache eines Schlaganfalls auftritt.So hatten Männer, die durchschnittlich 3 alkoholische Getränke täglich (oder mehr) zu sich nehmen ein deutlich erhöhtes Schlaganfallrisiko und waren bereits früh, also mit 60 Jahren, vom Schlaganfall betroffen.
Die entsprechenden Folgen mit einer Halbseitenlähmung, Sprachstörungen etc sind hier häufig weit dramatischer als bei den vielleicht noch etwas günstiger zu beeinflussenden "Schlägen" bei einer Durchblutungsstörung. Demensprechend war für diese Hochrisikogruppe mit Alkoholkrankheit auch das Risiko innerhalb von 2 Jahren zu versterben.
Natürlich adddieren sich hier verschiedene Gesundheitsrisiken, die Alkoholkranke aufweisen. Dazu gehört dann das Leberversagen durch eine Leberzirrhose, Stürze mit entsprechenden Risiken, Krampfanfälle, Magen- und Speiseröhrenkrebs (aber auch andere bösartige Krebsarten im HNO-Bereich), Bauchspeicheldrüsenkrebs und Prostata-Karzinome...
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