Isnin, 17 September 2012

Schlafapnoe-Syndrom häufig bei Frauen ?

Es gibt immer wieder Wissenschaftsnachrichten, die mich überraschen.

Das Schlaf-Apnoe-Syndrom ist mir eigentlich recht vertraut. Allgemein hält sich das Vorurteil, das Atemaussetzer in der Nacht mit sog. Apnoe-Phasen (in denen das Gehirn keinen Sauerstoff bekommt bzw. der Sauerstoffgehalt im Blut absinkt) beim sog. obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom ein "Männer-Problem" sind. Lautes Schnarchen (ich meine sehr lautes Schnarchen) zusammen mit den typischen längere als 30 Sek anhaltenden Phasen des "Atemstilltands" und einer anschliessenden Arousal-Symptomati, bei denen die Betroffenen sehr laut quasi "Stöhnen" bzw. wieder Luft bekommen, sind typisch. Leitsymptom dieser Störung sind ständige Müdigkeit und Erschöpfung, so dass fälschlich auch lange an ein Burnout-Syndrom gedacht wird.

Relevant ist das Schlaf-Apnoe-Syndrom als Schlafstörung vor allem aber deshalb, weil es gehäuft mit Blutdruckproblemen, Herzrhythmussstörungen und eben auch Schlaganfällen bzw. Herzkreislaufproblemen einher geht. Auch sexuelle Probleme sind häufig. Daher sollten Hausärzte eben auch bei Orgasmusproblemen bzw. Erektionsstörungen mal an diese Schlafstörung denken.

Eine aktuelle Studie bei Frauen im Alter von 20-70 Jahren will jetzt bei 50 Prozent der 400 aus einer Stichprobe von 10000 Frauen gezogenen Probanden ein Schlafapnoe-Syndrom diagnostiziert haben. Besonders ab 50 Jahren sollte man an diese Schlafstörung denken. Bei immerhin  14 Prozent wurde ein schweres Schlaf-Apnoe-Syndrom mit einem sog. Apnoe-Index > 30 festgestetllt, wobei besonders "ältere" Frauen von 55 bis 70 Jahren betroffenen waren. Fast ein Drittel der Frauen mit Adipositas (hier ein Body-Mass-Index von über 30) hatten ein Schlaf-Apnoe-Syndrom in der entsprechenden Altersgruppe.

Khamis, 13 September 2012

Depressionen bei Frauen

Warum werden Frauen depressiv ? Gute Frage. Aber sicher keine einfache Antworten.

Neben einer familiären Veranlagung im Sinne einer genetischen Disposition spielen Lernerfahrungen und eben auch soziale Erwartungen eine grosse Rolle.

Die Welt bezieht sich jetzt auf eine Bucherscheinung von Ursula Nuber und suggieren, dass Frauen mehr leiden an Depressionen als Männer. Sind nun Frauen aufgrund ihrer Persönlichkeit eher anfällig zur Melancholie ? Führt nun ein "Nestbautrieb" nun der Wunsch nach Geborgenheit und "trautem Heim" mit übermässigen Antennen für die Bedürfnisse von Partner und Kindern dazu, dass eigene Bedürfnisse hinten an gestellt werden. Ist also Frau nur dann innerlich komplett, wenn sie für ANDERE sich aufopert ?

Mir fällt es immer schwer, solche monokausalen Erklärungen für eine vielfältige Problematik anzunehmen. Natürlich ist es angesichts der häufigen Doppelbelastungen von Familie und Beruf für die berufstätige Frau schwierig, an sich zu denken. Als Psychotherpaeut in einer Klinik für Essstörungen fallen mir aber gerade die sensiblen Mädchen bzw. jungen Frauen auf, die noch gar nicht Familie haben. Hier ist es zu einfach, Depressionen so zu erklären.

Häufig erleben sie gerade vielfarbige Gefühlswelten, die man schlecht in Worte fassen kann. Sie erleben sich als kompliziert, weil sie eben gerade Gefühle nicht in Worte fassen können. Sich nicht mit anderen über ihre Lebendigkeit und Sensibilität unterhalten bzw. austauschen können. Die Gefühle sind anfänglich zu intensiv, die Wahrnehmung der Gefühle von Anderen wie "seelischer Sondermüll" oder Lärm.

Depressionen oder auch Essstörungen sind dann eher eine Art "Höhle" oder Schutz, sich gegen diese Emotionalität bzw. Verletzbarkeit zu schützen. Anfänglich ist es ein angenehmer Schutz. Doch irgendwann kommt man selbstbestimmt offenbar nicht mehr so leicht wieder raus.


Selasa, 11 September 2012

Schlafstörungen und verschobene Tag-Nacht-Rhythmik

Ein- und Durchschlafstörungen werden zur Volkskrankheit. Schlafstörungen Schlafstörungen können nun sehr unterschiedliche Ursachen haben. In der Welt (online) geht es dabei einmal mehr um die neuen Energiesparlampen und den Blaulichtanteil in diesem Lichtspektrum, die zu Schlafstörungen führen sollen. Schön und gut. Nach meiner klinischen Erfahrung kann zu viel Licht bei entsprechend veranlagten Personen tatsächlich zu Schlafstörungen führen. Wobei es dann nicht nur die Energiesparlampen sondern eher der Fernseher, der Monitor oder (bei mir) eine Tageslichtlampe im Büro ist.

Das Licht unterdrückt die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Einige Menschen haben da eh schon Schwierigkeiten einen normalen Rhythmus zu finden. Draussen an der frischen Luft (und hoffentlich Sonne) spielen bzw. sich bewegen ist eine wirksame Hilfe. Regelmässige Mahlzeiten übrigens auch, da darüber auch die innere biologische Uhr synchronisiert wird.

Hilfreich können für die jetzt drohende "dunklere" Jahreszeit dann auch Lichttherapielampen sein, die man tagsüber nutzt. Oder eben ggf. auch Melatonin als Tabletten (z.B. Circadin als Retardform) bzw. das ähnlich wirkende Antidepressivum Valdoxan.

Bei ADHS-Patienten kann dies echt eine Wundermedizin gegen die Schlafprobleme sein. Und ich denke, dass auch viele Betroffene mit Depressionen bzw. Anpassungsstörungen das mal ausprobieren sollten...

Isnin, 10 September 2012

Depressionen und Suizidalität

In unserer heutigen Klinikbesprechung ging es u.a. um die mögliche Selbstmordgefährdung einer Patientin mit Depressionen und Essstörungen. Da las ich eine Meldung, dass alle 40 Sekunden ein Mensch (weltweit) an einem Suizid verstirbt. Zumeist Menschen über 65. Aber immer mehr junge Menschen wissen sich nicht anders einen Ausweg als mit dem Freitod. Womit ich nicht schreiben möchte, dass ein Suizid bei Senioren nun plausibler wäre.

Zunächst ist ja zu unterscheiden, ob der Klient mit seiner Problematik im Kontakt ist. Ob er (oder sie) eben darüber spricht. Sprechen kann, sich mitteilen und auch Gehör finden kann. Das wäre an sich schon einmal gut.

Schwieriger wird es, wenn es dann konkrete Pläne oder gar Vorbereitungen zum Freitod gibt. Bei unserer Patientin in der Form, dass sie in einem Brief drei Arten des Suizids näher diskutierte.

Offenbar ist bei ihr eher eine chronische Suizidalität gegeben, da sich schon in Vorkliniken so etwas abzeichnete. Also ein Phänomen, dass man u.a. bei Persönlichkeitsstörungen vom Borderline-Typus häufiger sieht. Was es aber nur unwesentlich harmloser macht. Aber immerhin prognostisch ein etwas besseres Zeichen.

Der Umgang mit Suizidalität ist nicht immer leicht. Auch wir stehen dann als psychosomatische Klinik vor der Frage, wann eine Verlegung  in eine Akutpsychiatrie erforderlich wird.

Klares Kriterium ist und bleibt die Frage, ob man soweit absprachefähig ist, dass wir am nächsten Tag noch weiter in der Therapie machen können. Im Zweifel dann lieber für die Verlegung ....


Sabtu, 17 Disember 2011

Darmkrebs-Risiko und Virtuelle Koloskopie

Krebsvorsorge ist bei Darmkrebs so eine (unangenehme?) Sache. So gross auch die Angst der Allgemeinbevölkerung von diesem häufigen Krebs ist, so schambesetzt bzw. mit mehr oder weniger irrationalen Ängsten besetzt ist auch die dafür notwendige Krebsvorsorge.

Das Krebsrisiko steigt ab dem 50. Lebensjahr an, so dass hier Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll bleiben. Nun wäre neben der Anamnese = Ermittlung des individuellen familiären Risikos u.a. das Abtasten des Enddarms und naürlich eine Untersuchung des Stuhls auf "okkultes" Blut = Blutbeimengung aus dem Darm bereits eine sinnvolle Form der Früherkennung. Allerdings machen sich nun viele Leute schon unnötige Ängste, wenn sie Blut AUF dem Stuhlgang erkennen. Hier sind häufiger Hämorrhoiden oder aber Schleimhauteinrisse die Ursache.

Nun sind wir Menschen häufiger aber emotional so "gestrickt", dass mit zunehmender Angst nicht umbedingt die Bereitschaft zum Arztbesuch steigt. Vielmehr wird hier Abwarten zum schlechten Ratgeber. Häufig ist dabei die Angst vor einer vom Arzt angesetzten Darmspiegelung (Koloskopie) einer der wesentlichen Gründe, nicht weiter eine Krebsvorsorge machen zu lassen.

Die Vorstellung nun von einem Arzt ein "Rohr" in den Po gesteckt zu bekommen und mehr oder weniger unrealistische Berichte zu diesem Thema, schüren die Befürchtung, dass es sich um eine sehr unangemehme Diagnostik handelt. Mal ganz abgesehen davon, dass das Abführen zur Darmreinigung eben auch für viele Menschen als unangenehm angesehen wird. Zwar werden Darmspiegelungen meistens mit einer sog. Vormedikation oder gar Vollnarkose gemacht, so dass man sich hinterher gar nicht an die Untersuchung erinnern kann. Aber die Scham und Angst siegt leider häufig über die Vernunft.

Daher interessieren sich zunehmend Klienten für eine sogenannte Virtuelle Koloskopie. Virtuell bedeutet hier, dass eine Auswertung von Computertomographie (seltener Kernspintomographie) - Bildern an einem Rechner erfolgt und dadurch dann ein künstlicher Blick in den Darm möglich wird.

Ehrlich gesagt : So ganz ohne Vorbereitung wie bei einer "echten" Darmspiegelung läuft auch diese Diagnostik nicht ab. Und : Auch hier wird ein (allerdings wesentlich dünnerer) Schlauch in den Enddarm eingeführt, um mit C02 quasi ein "Aufpusten" des Darms zu ermöglichen. Mit diesem Verfahren lassen sich auffällige Veränderungen wie Adenome (Polypen9 bzw. krebsverdächtige Stellen auffinden. Hauptsächlich geeignet ist das Verfahren also dann, wenn man sicher gehen möchte, dass KEIN Krebs vorliegt. Mit zunehmender Verbesserung der verfügbaren Geräute lassen sich auch schon ziemlich kleine Auffälligkeiten nachweisen. Hier lassen sich Veränderungen von 6-9 mm erkennen.

Eine Studie zeigte jetzt, dass durch das Angebot der Virtuellen Koloskopie die Bereitschaft zur Vorsorgediagnostik deutlich erhöhen lässt. Immerhin steigerte sich die Bereitschaft um 56 Prozent !

Wenn sich dann allerdings in der Virtuellen Koloskopie verdächtige grössere Veränderungen (über 1 cm) zeigen, so bleibt dann doch die herkömmliche Darmspiegelung erforderlich. Nur dadurch ist es leider möglich, eine Gewebeprobe (Histologie) zu entnehmen bzw. ggf. auch die Polypen bzw verdächtigen Veränderungen abzutragen. Dies war in der Studie dann bei jedem 10. gescreenten Klienten nach der virtuellen Koloskopie erforderlich.


Selasa, 27 September 2011

Computerspiele und Depressionen : Nicht Schlafen macht depressiv

Eine neue Studie der Uni Basel stellt einen interessanten Zusammenhang zwischen Onlinespielen bzw. zu starker Mediennutzung und Depressionen her . Während gerade gestern in den Medien noch von einer so erschreckenden Zunahme von angeblicher oder realer Onlinesucht gesprochen wurde, ist diese Studie doch differenzierter. So spielt nicht die Dauer des "Zockens" im Internet bzw. vor der Konsole die entscheidende Rolle. Vielmehr ist die Tages- bzw. besser Nachtzeit entscheidend. Eine Beobachtung, die ich aus der Klinik bestätigen kann. Wenn der Tag-Nacht-Rhythmus und die damit verbundene Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin durch das künstliche Licht des PC unterdrückt bzw. verschoben wird, fehlt es nicht nur an Schlaf zum Wachwerden. Vielmehr ist dann die "Sortierfunktion" des Gehirns für die Verarbeitung von emotionalen Erlebnissen des Tages bzw. des Lebens gestört.

Ich stelle mir das wie ein Schwimmbecken vor, in das über den Tag die Erlebnisse wie Schwebeteilchen zu Boden sinken. In der Nacht müsste nun eine Art Putzrobober ausreichend lange und tief abtauchen und sauber machen. Dies gelingt aber nicht, wenn man eben die ganze Nacht vor dem PC sitzt.

Die Folge ist, dass das Becken verschlackt. Der Dreck bleibt liegen. Und wird dann in Form von "Depressionen" bei neuen Anforderungen, Kritik oder Erschütterungen wieder aufgewirbelt.

Jumaat, 23 September 2011

Chronic Fatigue = Erschöpfung und Burnout doch kein Virus ?

Vor einigen Jahren machte eine hochrangig in Science publizierte Studie zum sog. Chronic fatigue Syndrom (CFS) viel Aufsehen. Die Forscher meinten nachweisen zu können, dass CFS bzw. chronische Erschöpfung und ständige Müdigkeit auf einen Virusinfekt zurück geführt werden konnte.

Diese Erkenntnis war für viele Betroffene eine Art Bestätigung eben gerade NICHT an einer psychischen Störung zu leiden und damit eine - von den Ärzen jahrelang übersehene - köperliche Ursache zu haben.
Tatsächlich fällt bei vielen Betroffenen der Beginn der Symptomatik mit einer körperlichen Erkrankung wie einen Infekt oder aber auch ein Unfall zusammen. Nur zeigen sich jetzt, dass sich diese Untersuchungsergebnisse einer Virusursache nicht reproduzieren lassen, d.h. nicht wiederholbar waren. Zudem haben die Autoren der ursprünglichen Publikation ihre Ergebnisse korrigieren müssen und kleinlaut zugeben müssen, dass ihre Proben vermutlich schlicht verunreinigt waren.

Heisst das jetzt, dass es kein Virus war oder ist ? Vermutlich muss man sagen : Nee, es ist kein Virus.

Was aber die Betroffenen lange Zeit nicht hören wollen. Und tatsächlich wird es eine Vielzahl von Ursachen und Auslösern geben können, warum unser Gehirn so reagiert. Was nur derzeit klar scheint : Die Hoffnung auf eine antivirale Medikation gegen Erschöpfungssyndrome / Burnout oder chronic fatigue wird eine Illusion bleiben.